cicolino, ich kann Dir in großen Teilen Recht geben, ABER muss auch Anadur einräumen, daß seine Argumente nicht zwingend von der Hand zu weisen sind.
Denn die Frage aller Fragen, die stellst Du selbst:

Warum kann Deutschland nicht mit Nachwuchgs auf der Torwartposition glänzen?

Ich habe erst gestern von einem Traditionsverein in Frankfurt gelesen, daß diese einen 19jährigen aus Mazedonien verpflichtet haben. Für die Hessenliga. Hier geht es nicht mal um die Regionalliga oder so, sondern nur um die höchste amateurspielklasse und trotzdem holt man hier ein "Talent" aus dem Ausland.
Die Frage, warum man in der Landesliga nicht ein Talent aus den eigenen Reihen, oder sogar aus dem Großraum oder zumindest aus Deutschland holt, erschließt sich mir nicht. Aber den Zusammenhang, den kann ich mir zusammen bauen. Das hängt weniger mit dem Sport zusammen, als man denkt.

Ob nun Mvogo wirklich einen Stammplatz haben wird, oder ob der bis zum Schluss stbile Gulacsi sich nochmals empfehlen kann - das wird man letztendlich abwarten müssen. Marius Müller hingegen muss hinten anstehen und wird wohl den Kader räumen.
Setzt sich nun Mvogo durch, dann wäre er der vierte Schweizer Torwart in der Bundesliga. Und klar, es hängt wohl auch am Geld... Gut ausgebildet, hat gespielt ist also "erfahren" und die Ablösekosten sind überschaubar.
Kann man das alles dem "Ausbilder" Foletti anlasten? Wohl kaum.

SAicherlich, er hat Dinge geprägt und macht Dinge anders, doch setzt er konsequent um, was schon Thomas Schlieck bei Schalke gemacht hat - und sicherlich bei Foletti sich angeeignet hatte: Life Kinetic und dann ein sehr auf diese Dinge geprägtes Training... Konsequent auch, das Foletti die 7 Prinmzipien der Meister anzuwenden weiß, daher viel in Richtung Core Stabilität, Balance und Ballangriff macht. Der Richtige Beginn und das "schnell und aktiv zum Ball" sind hier groß geschrieben.
Bei Schalke haben wir eine 1:1 Kopie des Foletti Trainings, und auch in anderen Vereinen sieht es mehr und mehr nach Foletti aus. Ist also dieses Prinzip vielleicht der Schlüssel zum Erfolg?

Mit Verlaub, ich zweifle daran. Viele Tw Trainer suchen immer noch den heiligen Gral - also das Prinzip, um optimale Torhüter zu erschaffen. Wir trainieren üplötzlich nach Leitert, dann kommt Trautner, dann kommt Schlieck, dann kommt Rechner und jetzt macht alles Foletti.
Letztendlich ist das nicht schlimm, aber - oft ist es einfach zuviel. Das schlichte durchführen von Übungen macht den Keeper nicht besser, sondern das arbeiten an den Defiziten und dann mit den Methoden, die für den Keeper passend sind, und nicht, weil irgendein Goalietrainer das macht.

Und die Frage stellt sich jetzt, WARUM sind so viele Bundesliga Vereine nicht in der Lage, aus den eigenen Reihen des Nachwuchses Torleute zu erschaffen, die Liga tauglich sind, so daß man immer wieder ausländische Torleute bemüht... Dabei zog ja nicht bloß die Schweiz, sondern Eintracht Frankfurt holte mit Hrádecký auch einen Torwart, der eben jung und erfolgreich war, und den Abgang Kevin Trapp ersetzen durfte/musste.
Trapp ist zudem für mich ein Beispiel, warum ein solch talentierter junger Mann sich nicht irgendwo in einem deutschen Spitzenklub beweisen konnte, statt dessen erst nach PSG auswandern musste, um seine Spitzenklasse unter Beweis zu stellen...

Bürki, Hitz, Sommer und jetzt Mvogo... Alles vier gute Torleute, Sommer und Bürki sehr oft hier diskutiert - Bürki wohl, weil er bei einem der Bundesliga Top Vereine spielt... und trotzdem... wir können nicht in Abrede strellen, daß man hinterfragen muss, wieviel Foletti ist denn wirklich (noch) in allen dreien enthalten und passt das System vollumfänglich?

Ich denke, der Hase liegt im Pfeffer, wenn man versucht, eine Sache zu kopieren. Also wenn man einfach übernimmt. Man muss schon etwas eigenes schaffen, seinen Stil finden. Sein Ding entwickeln, daß zeichnet einen Tw Trainer aus. Klar, man kann von Foletti Dinge übernehmen, haben andere gemacht - warum auch nicht. Aber man übernimmt und püasst es seiner Sache an... man entwickelt es...
Das ist so ungefähr, wenn ich in der Kippzone nur Kippen trainiere, vernachlässige ich die 'geschnibbelten' Bälle und mein Torwart holt die nicht... ich muss also in der Kippzone durchaus immer und immer wieder just diese Dinge machen, damit mein Torwart nicht nur den Standard beherrscht, sondern eben auch komplexe Situationen erkennt und lösen kann - bereit ist, dann hier auch mal abzudrücken.
Gleiches Beispiel Standzone... steht mein Keeper hier nur rum, macht er erst einmal nix falsch, vergesse ich aber hier, daß Second Goal zu schulen, und damit nicht bloß Zonenwechsel sondern auch Ballangriff und Abdruck zum flachen Ball zu schulen - wird der Torwart in der Querpassvermeidung einfach kaum eine Rolle spielen.

Das Spiel ist also komplex geworden, und es ist viel zu komplex, um einfach etwas 1:1 zu übernehmen und zu hoffen das es passt. Man muss den Torwart auch an die Mannschaft anpassen. Dreierkette mit Doppelsechs, Viererkette mit Raute, aslles taktische Spielsysteme zu denen der Torwart passen muss.

Da kann ich nicht einfach sagen, daß der Schweizer sdchon passen wird, weil er von Foletti kommt. Das Hauptproblem sehe ich nicht in der Schweiz, sondern, daß man wieder über Symptome spricht, anstelle Ursachen zu beleuchten.
Warum nimmt man die Schweizer Torleute - bestimmt nicht, weil diese international so begehrt und herausragend sind.

Sicher, man darf dem Schweizer Fussball und vor allem dem Schweizer Torwartprogramm nicht alles absprechen, hier sind die Schweizer vielleicht den Deutschen etwas voraus - aber es ist kein Allheilmittel, kein heiliger Gral... die Krankheit der Bundesliga und Ihrer Klubs wird bei diesen Transfers nur offensichtlich!

Und wahrscheinlich sind genasu diese beiden Gründe, die einmal von Anadur angesprochen werden, der andere von Dir, cicolino, genannt, die eigentliche Ursache, warum wir die Schweizer bei uns finden und diese auch sehr erfolgreich sind.