Ich denke, man sollte zunächst einmal zwischen einem Auswahl-Trainer und einem Vereinstrainer unterscheiden. Der Auswahl-Trainer sieht seine Keeper nicht so häufig, weshalb er vornehmlich in einer Beobachter-Funktion steht und die aus seiner Sicht besten Keeper zur Wettbewerbsvorbereitung der Fördermaßnahmen mit anschließender Analyse einlädt. Hierzu zählt sicher auch die TW-Taktik-Analyse und weitaus weniger die TW-Technik.
Deshalb lohnt es sich m.E. eher über die unterschiedlichen TW-Ausbildungssysteme zu diskutieren. Als ich im Jahr 2009 vom Schweizer-Funktionsstab deren Pläne für die Torwartausbildung erfuhr, war ich begeistert. Denn dort wollte man sich für eine flächendeckende Ausbildung mit normierten Inhalten für die Nachwuchs-Ausbildung beschäftigen, damit die Konkurrenzdichte deutlich erhöhen und die Ausbildung nicht wie in Deutschland fast ausschließlich den NLZ überlassen.
Wir haben nun das Jahr 2017 und bei uns gibt es immer noch keine Vision auf oberster Verantwortungsebene beim DFB. In der Nationalmannschaft herrscht kein Leidensdruck und der Rest scheint egal zu sein. Wenn die Torhüter was zu sagen haben wollen, dann sollen sie gefälligst erst mal eine Mannschaftstrainerlizenz machen!
Wie sollen also die NLZ-Vereine allein den Teilnahmebescheinigungen der 1. und 2. Stufe der DFB-TW-Trainer-Ausbildung vertrauen, wenn dabei Mannschaftstrainer ohne spzielle Torwart-Kenntnisse genauso wie ehemalige Keeper und Quereinsteiger mit umfangreichen Erfahrungen im modernen TW-Training gleich behandelt werden? Die 3. Stufe (Profitrainer) ist ja nicht einmal zustande gekommen. Welch ein Armutszeugnis für einen Weltmeister?
Dabei wäre es doch so leicht den helfenden Händen der Profivereine zu vertrauen und deren Know-How bündeln. Man muß leider konsternieren, dass sogar im Jahr 2017 bei vielen Leistungsvereinen die Nachwuchstorhüter nur auf Breitensport-Niveau ausgebildet werden, weil man sich später für die 1. Senioren einen externen Keeper holt.
Auch auf den DFB-Stützpunkten sieht es nicht viel besser aus. Dort ist man der Meinung, dass die Trainer eine ordentliche Trainingseinheit machen können. Das bißchen Torwarttraining geht dann schon nebenbei. Wen wundert es da, wenn viele Auswahl-Keeper, die nicht das Glück hatten, einen der wenigen NLZ-Ausbildungsplätze zu bekommen, auf der Strecke bleiben? Genau dort sind uns die Schweizer, aber auch einige andere Länder ein gutes Stück voraus, denn bei uns werden zwar TW-Talente gesichtet, aber eine zuverlässige Ausbildung in den DFB-Stützpunkten findet nicht statt.
Ich weiß nicht, wei es euch geht, aber In jüngster Zeit die TW-Talente lieber in eine gute Torwartschule zu gehen, die mit umliegenden Vereinen eine Kooperation haben, als allein den Versprechungen der DFB-Stützpunkttrainer zu vertrauen?




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