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Thema: Gewicht auf dem Vorderfuss halten - im Training klappts im Spiel noch nicht

  1. #1
    Freizeitkeeper
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    Frage Gewicht auf dem Vorderfuss halten - im Training klappts im Spiel noch nicht

    Hallo zusammen

    Ich hab zu meinem Problem noch kein Thema gefunden (ich hoffe mal ich habe gründlich genug gesucht ).
    Und zwar ist bei mir folgendes:

    Ich bin seit ca. 15 Jahren (also von Juniorenzeiten bis zu den heutigen Aktivzeiten) Torhüter. Zwar nur auf Amateurniveau, aber das wohl überdurchschnittlich verbissen

    Torwarttraining in dem Sinn habe ich in der Zwischenzeit wohl auch seit wohl bald 10 Jahren. Aber erst seit einem Jahr habe ich einen Torwarttrainer der technisch/taktisch entsprechendes Wissen hat und mir dementsprechend auch technisch und taktisch etwas beibringen kann. Früher war das eher so ein "möglichst viele Bälle aufs Torschlagen und irgendwie das Zeug halten" Da ich selbst einen Torwarttrainerkurs gemacht habe konnte ich mir wenigstens ein bisschen etwas selbst beibringen vorhin ...
    Jetzt zum eigentlichen Problem: Ich weiss eigentlich bereits seit ca. 3 Jahren, dass ich dazu neige nicht auf den Fussspitzen sondern auf meinem Hinterfuss zu stehen. Und dementsprechend habe ich auch mein Gleichgewicht tendenziell hinten, was ja beim Ballangriff falsch/kontraproduktiv ist. Ich versuche das auch schon seit 3 Jahren selbst etwas zu korrigieren und seit einem Jahr schaut mein Torwarttrainer da auch intensiver drauf ...
    Jetzt wenn wir isoliert Übungen zum Hechten machen klappt das in der Zwischenzeit auch ganz gut, wenn ich in Ruhe meine Grundposition einnehmen und danach den Schritt zum Abdruck machen kann passt der Bewegungsablauf ... Aber sobald ich das ganze dann in einer Übung, aus der Bewegung heraus machen muss (dementsprechend auch in den richtigen Situationen beim Spiel) falle ich immer in die alten Muster zurück und stehe vor der Aktion auf den Hinterfüssen und habe das Gleichgewicht hinten ...

    Habt ihr Tipps/Tricks wie man sich solche lang angewöhnten "Fehler" oder allgemein neu erlerntes besser in Matchsituationen übernehmen kann?

    Vielen Dank und sportliche Grüsse

  2. #2
    Amateurtorwart
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    Standard

    Hallo Manu92

    Es kommt sicher auf die Situation an, bei der man jeweils im richtigen Moment eine Körperspannung aufbauen möchte.

    Du schreibst, dass es dir besonders große Mühe macht, dich im Wettkampf über die Vorderfüße abzudrücken.

    Sehr häufig beobachtet man, dass Keeper, die auf "platten Füßen" stehen meinen, um sich möglichst groß zu machen. Das mag in der "Standzone" bei Schüssen vom Boden aus spitzem Winkel noch gut funktionieren. Aber bei Schüssen aus dem Halbfeld oder bei zentralen Schüssen ist es wichtig, über die Fußspitze abzukippen oder abzudrücken.

    Manchmal ist nur eine kleine Veränderung nötig, die sowohl bei dieser Technik als auch beim 1 : 1 sehr große Wirkung hinterläßt. Man sollte sich angewöhnen die Fußspitzen immer ein wenig nach außen zu setzen. Das erhöht nicht nur die Standfestigkeit, sondern es erleichtert das Abdrücken über die Fußspitze, bei der besonders viel Körperspannung aufgebaut werden kann. Wichtig hierbei ist aber auch das richtige Timing und der Sprung, der schräg (statt parallel) zur Ballrichtung erfolgen sollte.

    Hin und wieder gibt es besondere Schwierigkeiten einen hohen Ball aus dem Stand oder der Rückwärtsbewegung zu fangen. Grund ist auch hierfür ist ebenfalls die fehlende Körperspannung. die kann nur dann erreicht werden, wenn der Keeper seinen Oberkörper leicht nach vorn beugt, die Knie leicht anwinkelt, sodass er das Gleichgewicht dann am besten halten, wenn er auf den Vorderfüßen steht.

    Weil diese Körperhaltung früher nicht so oft erkannt und trainiert wurde, war man im Amateurbereich meist der Ansicht, dass man sich möglichst große Keeper holen sollte, die über ihre längere Reichweite das Manko fehlender Sprungtechnik neutralisieren konnten. Aber selbst bei den Profis wurde früher die Sprungkraft wesentlich mehr trainiert als die Sprungtechnik.

    Besonders deutlcih wird die fehlende Sprüngtechnik, wenn ein hoher Ball aus der Rückwärtsbewegung gefangen werden soll. Hier versuchen Keeper gleichzeitig eine horizontale und vertikale Distanzverkürzung, indem sie den Oberkörper nach hinten verlagern und den gesamten Körper lang ausstrecken. Weil bei dieser Technik kaum Körperspannung erzeugt wird, fällt der Keeper beim Versuch den Ball zu fangen, nach hinten. Man sagt: "Der fällt um wie eine Bleiente.!

    Besser wäre es jedoch, sich zunächst auf die horizontale Distanzverkürzung zu konzentrieren und sich erst dann auf den vertikalen Sprung zum Ball zu fokossieren, wenn der Ball in unmittelbarer Nähe ist. Weil hier die Sprungtechnik die Körperlänge reduziert, ist nicht mehr als die normale Körperlänge erforderlich. Denn bei einem Hünen sind die Sprint- und Sprungkoordination häufig in einem ungünstigen Verhältnis. Ihm bleibt nur die größere Reichweite und ggf. die Sprungkraft aus einer neutralen Ruheposition.

    Wie man die Technik der "vorwärtsorientierte Rückwärtsbewegung" trainieren kann, soll an nachfolgenden Beispielen gezeigt werden:

    Partnerübung - Warmmachen (falls kein 2. Keeper da ist, kann der TW-Trainer diese Funktion übernehmen)
    a. TW 1 und TW 2 positionieren sich ca. 5 m auseinander
    b. TW 2 startet den Bewegungsablauf, indem er mit leicht vorgebeugtem Oberkörper auf den Vorderfüßen rückwärts läuft
    c. TW 1 startet vorwärts, hält den 5 m Abstand und wirft TW 2 den Ball hoch zu
    d. TW 2 springt unmittelbar, bevor ihn der Ball erreicht hat, mit beiden Füßen gleichzeitig hoch zum Ball
    e. TW 2 fängt den Ball und wirft ihn zu TW 1 zurück
    f. TW 1 springt hoch zum Ball und fängt ihn
    g. nach ca. 30 Metern erfolgt ein Richtungs- und Aufgabenwechsel

    TW-Übungen
    Einfach:
    a. TW positioniert sich am 5-er, TR am 16-er.
    b. TR wirft Ball hoch aufs Tor
    c. TW geht mit kurzen, schnellen Schritten und leicht nach vorn gebeugtem Oberkörper auf den Vorderfüssen rückwärts zum Tor (auf diese Weise kann er Körperspannung aufbauen und sie halten)
    d. erst unmittelbar, bevor der Ball den TW erreicht, streckt sich der TW in die Höhe, um den Ball mit beiden Händen zu fangen

    Steigerung 1: Hilfsmittel: Hütchen
    a. Hütchen wird am 5-er positioniert
    b. TR positioniert sich am 16-er und TW an der Torlinie
    c. TW startet Übung, indem er zum Hütchen sprintet und es antippt
    d. TR wirft Ball hoch aufs Tor
    d. TW sprintet in vorwärts orientierter Rückwärtsbewegung (wie beschrieben) zurück zum Tor und fängt den hohen Ball

    Steigerung 2: Hilfsmittel Stange
    a. Stange wird am 5-er positioniert
    b. dito (Steigerung 1)
    c. TW sprintet zur Stange, umkurvt sie mit dem "Kreuzschritt" (ist hier günstig, um im Wettkampf schnell um einen Spieler herum zu sprinten ohne den Winkel zur Ballrichtung zu verändern)
    d. TR wirft Ball hoch aufs Tor
    d. TW (Steigerung 1)

    Steigerung 3: Hilfsmittel Hütchen
    a. Hütchen wird an äußere Ecke des 5-er positiniert
    b. TR positiniert sich ca. 10 m dahinter mit Ball in der Hand
    c. TW startet Übung, indem er zum Hütchen sprintet, es eng umkurvt, zum Tor vorwärts zurück sprintet, den Kopf in Blickrichtung zum Ball dreht
    d. sobald das Hütchen umkurvt ist, wirft der TW den Ball hoch in Richtung 2. Pfosten
    e. erst unmittelbar, bevor der Ball den TW erreicht hat, erfolgt der "Stützschritt" Hierbei wird das Gleichgewicht, was beim Sprint vor den Füßen lag, über den Füßen verändert.
    f. mit dem "Stemmschritt" schnell der Keeper zum Ball hoch, um hin sicher zu fangen

    Variante: Mehrball-Übung
    a. Statt des Hütchens am 5-er spielt der TR zunächst einen flachen Ball aus spitzen Winkel aufs Tor, den der TR nach außen blockt
    der Rest erfolgt wie bei Steigerung 3

    Viel Spaß beim Training!

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