Ich hatte wohl auf Frankreich getippt, allerdings hatte ich mir vom Finale ein bißchen mehr erwartet. Insbesondere in der 1. Halbzeit gab es zeitweiligen Leerlauf, der eines WM-Titelträgers nicht würdig war. In der zweiten Halbzeit kam nun endlich Dynamik auf, die auch in Tore umgemünzt werden konnte. Denn Tore sind nun einmal das Salz in der Suppe des Fussballs, denn es ist ihr Zweck.
Aber selbstverständlich ist es genauso wichtig Tore des Gegners zu verhindern. (Vor diesem Problem wird sich Löw in seiner am 24. August erwarteten Analyse nicht drücken können.) Hier zeigten sich gerade die Kroaten einige Male recht unglücklich in ihren Aktionen (z.B. Eigentor zum 0 : 1). Allerdings hat auch der Torwart bei Standards Zeit sich und seine Vorderleute zu positionieren. Da gab es Kritik in Richtung Kroatien, ob die besonders tiefe Positionierung geeignet sei, hohe Bälle im Bereich des 5 Meter-Raumes gemeinsam erfolgreich zu verteidigen?
Aufgrund des Ergebnisses von 4 : 2 und der herausgespielten Vorteile des französischen Teams in der 2. Halbzeit geht für mich der Sieg von Frankreich in Ordnung. Besonders habe ich mich gefreut, dass man nicht nur die Führung verteiligen wollte, sondern weiterhin den Torerfolg gesucht und gefunden hat. Allerdings ohne die Abwehraufgaben dabei zu vernachlässigen.
Über das 2. Gegentor konnte Lloris allerdings schon kurz nach dem Spiel selbst lachen Denn selbst, wenn er gleichzeitig der beste Techniker in seiner Mannschaft gewesen wäre, diese TW-Aktion war ein unnötiger Zweikampf. Er zeigte gleichzeitig die Grenzen des "Mitspielen-Wollen" auf, denn der Fussball ist nun einmal ein Ergebnisspiel, bei dem die Risiken gut abgewägt sein sollten.
Vollkommen zu recht wurden nach meiner Meinung die Leistungen von Mpappe, Modric und Courtiuis besonders hervorgehoben. Allerdings ragten ihre Leistungen nicht deutlich über denen anderer hinaus. Aber perfekte Spieler gibt es nun mal nicht, sondern nur welche, die ein paar mehr Ideen, ein wenig mehr Mut haben, mehr Kampfbereitschaft zeigen und über besondere Anlagen verfügen.
Gedanken wird man sich über die Spielkontrolle durch das Gespann von Schiedsrichter und seinen Assistenten auf dem Platz und insbesondere im Videoraum machen müssen. Insbesondere die Videoüberwachung soll den Fussball ehrlicher machen. Das gelang einige Male. Denn nie gab es soviele Elfmeter. Allerdings wurden einige Teams die derzeitige Regelung, wonach nur die unmittelbare Aktion im torgefährlichen Raum per Videoschiedsrichter beurteilt wurde, "ausgetrixen". Ein Beispiel dafür war die Schwalbe von Griezmann. Hier führte der unberechtigte Freistoß zum Tor.
Die erste WM mit Videoassistenten dürfte auch deshalb in die Geschichte eingehen, weil sie den Fussball um ein weiteres Element erweitert hat. Die Frage ist allerdings, ob der Anspruch einer Gerechtigkeit in Fussball erheben kann oder ob das Glück einerseits und das Unglück andererseits nicht auch dazu gehört? Aber wenn man den Videobeweis möchte, dann sollte man ihn auf die Prüfung der Standards in der gegnerischen Häflte mit einbeziehen. Auch würde ich mir wünschen, dass auch die Spieler und Zuschauer im Stadion und nicht nur der Schiedsrichter den Videobeweis auf der Stadionleinwand geliefert bekommen.
Die Kritik am Zeitraum der Prüfung des Videobeweises halte ich für nicht mehr angemessen, weil es vielfach sehr schnell ging. Für ein spannendes Spiel auch im Sinne der Zuschauer sollte es weitere Veränderungen geben:
- "Ringkampfeinlagen" wie Halten und Ziehen führen generell zum Schiedsrichterpfiff (wenn beide Spieler gleichzeitig gehalten und gezerrt haben, wird das Spiel durch Schiedsrichterball fortgesetzt.
- Spielverzögerung sollte als Unsportlichkeit gewertet und mit "gelber Karte" geahndet werden
Die Einwechselung eines 4. Spielers halte ich generell für einen Vorteil, weil er den den stetigen wachsenden Anforderungen in der Dynamik dieser Sportart entgegen kommt. Ich würde mir sogar wünschen, den 4. Spieler nicht erst in der Nachspielzeit, sondern grundsätzlich zu ermöglichen. Denn auf diese Weise bekommen alle Spieler eines Teams mehr Praxis, will man die Wettkampfteilnahme als logische Konsequenz des Trainings ansehen.
Im Jugendfussball und im Breitensport wäre der 4. Einwechselspieler schon deshalb ein großer Vorteil, weil es es hier möglichst gar keine Bankdrücker geben sollte. Wie denkt ihr darüber?




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