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Thema: WM 2018 in Russland

  1. #1
    Freizeitkeeper
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    Standard WM 2018 in Russland

    Wäre toll wenn sich hier jeweils kurze Feedbacks zu den TW-Leistungen finden könnten.

    Bis anhin fielen mir 2 TW sehr (überraschend) positiv auf: Ryan (AUS) und Halldorsson (ISL).
    Ryan überzeugte durch ein sehr aktives und gutes Mitspielen mit dem Fuss. Er konnte die Defensive vielfach sehr gut entlasten in dem er eine zuverlässige Anspielstation war und sich nicht davor fürchtete den Ball zu erhalten und mit dem Fuss weiterzuleiten. Aber auch sonst lieferte er eine gute Leistung ab m.M.n.

    Halldorsson fiel bereits letzte EM auf. Damals fand ich ihn einen der besten TW's und ich frage mich, weshalb er nicht den Sprung in eine Topliga oder wenigstens bessere Liga als die dänische geschafft hat. Nun mit 31 Jahren wirds wohl nicht mehr klappen was ich sehr schade finde. Er zeigte im Spiel gestern gegen Argentinien eine sensationelle Leistung und das nicht nur wegen des gehaltenen Elfmeters.
    Ich konnte es nicht glauben, wie stark er auf die Flanke resp. den Schuss von Pavon in der 87' reagierte. Ein sehr unangenehmer Ball, da es eine flache Flanke von der rechten Strafraumecke war und ein Stürmer (Aguerro) 6-7 Meter vor dem Tor noch versuchte abzulenken. Erst als Halldorsson sah, dass dieser nicht mehr an den Ball kommt, konnte er auf den Ball in die weite Ecke reagieren und kam gerade noch so ran. Für mich bis anhin die Parade des Turniers!
    https://youtu.be/Xvarnwv6hRk?t=1m45s

    Desweiteren fiel mir noch der Ägyptische TW auf. Auch dieser zeichnete sich durch 1-2 grossartige Paraden und Reflexe aus.

    Grosse Fehler blieben bis jetzt grösstenteils aus. Das Tor der Dänen von Poulsen hätte evtl besser verteidigt werden können, wenn der Peruanische TW etwas mehr aus dem Tor gekommen wäre. Die Schuld ihm anzulasten ist aber sicherlich nicht angemessen.
    Das 2-1 von Portugal ist bis anhin der einzige grosse TW-Fehler der WM (De Gea).

    Eure Meinungen?
    Geändert von Sam1 (17.06.2018 um 13:19 Uhr)

  2. #2
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    Mir gefiel folgender Kollege ziemlich gut
    https://www.transfermarkt.de/mouez-h...spieler/215677

    Leider musste er früh verletzt raus. Davor hatte er aber ein paar richtig starke Saves. Auch mit dem Fuß war er gut.
    Mir tat der Kerl so leid. Und als mit Tränen runter musste (schönen Gruß an Oli Kahn), da war ich auch kurz davor zu tränen.
    Wer immer gut aussieht, bei dem fällt es irgendwann nicht mehr auf. (Toni Schumacher)

    Handschuh-Sammler (153 Paar, Stand 13.07.2018) und ausgewiesener Tester sowie Berater

  3. #3
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Nachdem das Adrenalin sich gesetzt hat... hier die Video Analyse zum Knallertor von Toni Kroos in der Nachspielzeit des Spiels Gruppenphase, Deutschland - Schweden

    Ich möchte nicht das Spiel der Mannschaften analysieren, denn das ist und war nie meine Aufgabe, aber ich möchte das Torwartspiel beleuchten. Und da nehme ich mir die Situation des 2:1 Siegtreffer von Toni Kroos - es ist bezeichnend dafür, was Video Analyse nach einem Spiel so aufdecken kann, denn - der Ball war absolut haltbar. Doch Robin Olsen von Malmö FF tut den Deutschen den Gefallen und ermöglichst Toni Kroos das "Traumtor" der WM, nachdem Julian Brand schon wieder nur das Aluminium des Pfostens auf seine Festigkeit geprüft hat...

    Wir gehen also rein, in das Spiel:


    Quelle: FIFATV auf Youtube

    Wir stoppen bei 1 min 43 für ein Standbild. Es handelt sich um einen ruhenden Ball, eine Standard Situation.

    ToniKroos_Freistoss.jpg

    Wir können hier gut über die Position des Torhüters streiten, doch Robin Olsen steht fast komplett hinter der Mauer. Eine Position, die man so einnehmen kann und auch darf, aber - man nimmt sich deutlich Sicht und Amit Reaktionszeit. Die Lücke in der Mauer ist daher wohl dafür da, damit der Torwart, der relativ zentral im Tor steht, irgendwo den Ball noch sehen kann.

    Wir wechseln jetzt in Minute 1:44 Bild 8, der Moment wo Toni Kroos den Ball spielt.
    Legt man die Bilder übereinander, so sieht man, daß sich Robin Olsen nicht aus seiner Position verändert hat, die Mauer hingegen sich auflöst und Richtung Ball läuft. Der Ball selbst hat seine Position verändert und liegt nun im Strafraum, nahezu genau auf der Linie.
    Olsen hat die Hände hinter dem Körper auf der Seite, der typische Skispringer.
    1:44 Bild 14: der Ball passiert die Mauer, Olsen hat sich aus seiner Position zentral im Tor mehr nach rechts ins Kurze Eck verschön, er ist mehr als Schulterbreit mit den Füssen. Das Verschieben von Olsen passiert in den Moment, wo der Ball gespielt und gestoppt wird.
    1:44 Bild 18: der Ball ist knapp an der 5er Raumgrenze und Olsen taucht ein Stück in die breite Spreizstellung ein, hat aber das rechte Knie nach innen eingedreht.
    1:44 Bild 21: Olsen hat das Gewicht jetzt auf dem linken Bein, die Rechte Hand hebt sich, sie ist auf Brusthöhe
    1:44 Bild 23: Olsens rechte Hand ist jetzt neben seinem Kopf, der Abdruck ist eingeleitet
    1:45 Bild 0: Olsens rechte Hand ist über dem Kopf, das rechte Bein ist entlastet, der letzte Abdruck mit dem linken Bein erfolgt
    1:45 Bild 2: Olsens Hand streckt sich dem Ball entgegen, sein Körper ist in Vollstreckung
    1:45 Bild 3: Olsens linkes Bein ist Vollstreckung, aber der Fuss hat immer noch Bodenkontakt.
    1:45 Bild 4: Immer noch berührt die Fusspitze von Olsen den Rasen
    1:45 Bild 5: Olsen zieht jetzt den linken Fuss an, erst jetzt verliert der linke Fuss Bodenkontakt
    1:45 Bild 6: Olsen leitet das Fallen ein, der links Fuss wird an den Körper gezogen und so erscheint Olsen erstmals "Bodenlos" - er streckt sich dem Ball hinterher, unerreichbar

    Aus dieser Perspektive wirkt es, als hätte Olsen eine Chance gehabt, den Ball zu erreichen.
    Wir gehen in die Perspektive von hinter dem Schützen, wir stoppen wieder, wo der Schütze den Ball trifft:

    1:50 Bild 2: Wir sehen die Lücke in der Mauer und erkennen das Olsen genau dort steht und lauert. Würden wir jetzt Linien ziehen, würden wir wie oben feststellen, daß Olsen sich aus der Zentralen Position im Schusswinkel noch mehr in die kurze Ecke verschoben hat, trotzdem ist aufgrund des Schusswinkels immer noch eine sehr gute Torabdeckung gegeben. dies kann man just in diesem Bild sehr sehr deutlich erkennen.
    1:50 Bild 8: der Ball passiert die Mauer, Olsen können wir aus der Perspektive nicht mehr erkennen, er wird durch einen Mauerspieler 100%ig verdeckt.
    1:50 Bild 16: jetzt erkennen wir wieder etwas, Olsens linker Fuss steht voll auf dem Rasen auf, der rechte Fuss ist entlastet - Olsen hat hier also schon zum Abdruck verschoben und diesen auch eingeleitet.
    1:50 Bild 19: Immer noch ist Olsens linker Fuss voll am Boden, der rechte Fuss ist voll entlastet und vom Boden gelöst. Wir erkennen auch Olsens rechte Hand, die hier deutlich über dem Kopf erscheint und sich auf den Ball zubewegt.
    1:50 Bild 20: Olsens linker Fuss immer noch am Boden, der Körper dürfte sich in Vollstreckung befinden, denn Olsens rechte Hand streckt sich dem Ball entgegen, deutlich zu erkennen
    1:50 Bild 21: Olsens linke Ferse hebt sich vom Boden ab, die rechte Hand ist in Vollstreckung. der rechte Fuss ist deutlich vom Boden gelöst.
    1:50 Bild 22: Olsens linke Fussspitze immer noch mit Bodenkontakt, rechte Hand angelt jetzt dem Ball schon hinterher, der rechte Fuss ist in der Anzugsbewegung
    1:50 Bild 23: Olsens ist jetzt vom Boden weg, der rechte Fuss ist weiter angezogen, der linke Fuss wird gerade hochgezogen, Olsens rechte Hand kann den Ball nicht mehr erreichen

    Erneut sieht es so aus, als könnte Olsen den Ball halten. Seine Hand wischt die Ballflugbahn zwischen 1:50 Bild 21 und Bild 23 einmal komplett, erreicht nur den Ball nicht. Seine Rechte Hand deckt also vollständig diesen Bereich ab.

    1:52 Bild 15: Erneut tritt der Schütze den Ball. Den Torwart können wir dank der hohen Position der Galgenkamera nicht erkennen, wir gehen vor bis 1:53 Bild 18 wobei bei 1:52 Bild 24 der Ball die Mauer passiert.
    1:53 Bild 18: Wie sehen Olsen, das Gewicht verschoben, die rechte Hand erhoben und fast neben dem Kopf
    1:53 Bild 20: Die Hand ist jetzt schon über Kopf Höhe, Olsen scheint auch das Gewicht verschoben zu haben
    1:53 Bild 23: Olsen hat das rechte Bein entlastet, alles liegt auf dem linken Bein, welches hier noch deutlich gebeugt ist, die rechte Hand ist noch gebeugt, aber bewegt sich Richtung Ball.
    1:54 Bild 2: Olsen hat JETZT volle Streckung, die Hand reckt sich dem Ball entgegen, doch der Ball ist schon fast hinter der Hand.
    1:54 Bild 4: Olsen jetzt im Abdruck, die Hand schneidet jetzt die Ballflugbahn, doch der Ball hat die Hand bereits passiert.
    1:54 Bild 6: Olsens linker Fuss wird angezogen und verliert Bodenkontakt


    Nachdem wir nun Bild für Bild die Situation beschrieben und angeschaut haben, müssen wir feststellen: Ein schönes Tor, ABER unhaltbar war dieser Ball nicht.
    Was hätte Olsen besser machen können?

    Der Torwinkel war schon sehr gering, wie wir im Bild sehen. Olsen hätte die Mauer ruhig ein wenig mehr nach kurz überdeckend stellen können, und sich mutiger ein wenig offensiver positionieren können. Letzteres ist vielleicht nicht immer optimal, aber ein wenig mehr in lange Ecke, wäre sinnvoller gewesen.
    Das er sich dann, in dem Moment wo der Ball in Richtung Mitte gespielt wird, er sich entgegen der Ballspielrichtung nach kurz verschiebt, öffnet die lange Ecke.
    Der Abschluss um die Mauer ins Lange Eck, zeigt wie sehr vielleicht dieses "nie einen Ball ins Kurze bekommen - kurzes Eck Torwarteck" in den Köpfen der Torleute umherspukt und daher diesen Treffer ermöglicht. Olsen steht nicht mehr Schusswinkelmittig und kann daher den Ball so nicht mehr erreichen, auch wenn er diesen Ball hätte erreichen können, ja fast schon müssen.
    Doch der Stellungsfehler macht auch ein weiteres Problem offensichtlich, der mangelhafte Abdruck. Olsen bekommt kaum seine Hüfte in die Luft geschnellt, er gewinnt also kaum an Reichweite, trotz eines vermeintlichen Abdrucks. Doch die Video Analyse legt es schonungslos offen: Olsen streckt sich nu dem Ball entgegen, er springt aber nicht ab. Das Abheben vom oben passiert er, nachdem Olsen den linken Fuss vom Boden aktiv löst und der Ball schon längst seine Hand passiert hat.
    Olsen hätte den Auftakt rascher vollziehen müssen, der Abdruck hätte kraftvoller und dynamischer sein müssen. Zeit dafür war da... und die Reichweite wäre es auch gewesen.
    Zudem hätte Olsen mehr rückwärts agieren sollen, so seinen Zeitvorteil verlängert und zudem seine Reichweite verbessert....

    Doch nichts der gleichen ist passiert, so daß Toni Kroos ein wunderbares und sehr wichtiges Tor für die deutsche Nationalmannschaft erzielen kann.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  4. #4

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    Was meint ihr zum Ausscheiden?
    torwart.de-Team

  5. #5
    Blickfeld Avatar von motörmatze
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    Kurz und knapp: eine Schande. Eine anscheinend müde, satte und selbstgefällig agierende Truppe, dazu ein Trainerstab ohne Eier, der an altgedienten Bewegungslegastenikern festhält und wie immer keine Linie verfolgt.
    Hab ich was vergessen? Leider wohlverdient, dieses Ausscheiden, besonders schade für junge Spieler wie Brand und WM-Neulinge wie Reus.
    Ein Reset wäre auf einigen Ebenen wäre angebracht.

  6. #6
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von Tobias Beitrag anzeigen
    Was meint ihr zum Ausscheiden?
    Tobias, eine Frage.
    Ich habe es auch in den Testspielen schon gesagt: Die Deutschen spielen müde, wenig ideenreich - oft war das wieder "Rumpelfussball". Zu oft wurde auch versucht, den Ball ins Tor zu tragen. Die Chancenverwertung war mangelhaft...

    Kennst Du das, wenn man ein Trainer sagt: "Das Trikot war zu schwer!" ?
    Genau so kam es mir gestern vor. Als wäre es zuviel Druck, zuviel Last auf den Schultern... kein befreites, freches Auftreten, kein Mut vor dem Tor... lieber den Ball quer gelegt, als einen Abschluss gesucht, lieber nochmal hinten rum, anstelle das Eins gegen Eins gewonnen... Die Mannschaft wirkte gelähmt, ja ausgebrannt.

    Hinzu kommt, daß ich sagen muss, das man seit 2014 zu wenig in der Mannschaft, in der Auswahl, verändert hat. Özil trabte gestern wieder nur auf dem Platz rum, von seiner hochgelobten Spielintelligenz, von den tollen Pässen habe ich nichts, wirklich gar nichts gesehen und sein Defensivverhalten ist nicht vorhanden. Müller auf Aussen geht auch nicht... und ich frage mich, warum man Gomez mitnimmt, aber Wagner zu Hause läßt... Man braucht vor allem IMMER junges, frisches Blut. Eine auswahl ist nichts, wo man Stammplatzgarantie hat, man braucht vor allem Spieler, die bereit sind, sich einfach zu zerreißen - für das Trikot welches Sie tragen.
    Es ist doch in Deutschland jetzt nicht so, daß es keine Möglichkeiten gäbe... Süle, Sané, Wagner, Brand, Kimmich, Rudy... das ist eine halbe Mannschaft, hungrig, bereit die Welt zu erobern... und dann eigentlich eher als 2. Klasse behandelt. Das geht einfach nicht. Nochmals: Es ist eine Auswahl.

    Zudem ist die WM kein Schoppenturnier. Da brüllen einige die Nationalhymne, mit Singen hat es nichts zu tun, aber Sie stehen dort, für Ihr Land, die Fans des Landes ... die ziehen nicht in ein Fussballturnier, die ziehen in den Krieg!!! Da werden keine Gefangenen gemacht, insbesondere wenn man den Ex-Weltmeister auf dem Platz trifft, und spürt, daß man diesen schlagen kann... Da wird die Fahne rausgerissen und mit einem doppelten Oberschenkelhalsbruch weiter gespielt... Da wird sich selbst geopfert, für das große Ziel.
    All dies, diesen Willen, diese Hunrigkeit sich zu beweisen, vor alle aber die Gegner zu bezwingen, zur Not den Torwart mitsamt Ball durch das Tornetz zu schießen - die fehlte dem deutschen Team...

    Es war eine gewisse Arroganz: Wir sind Weltmeister, niemand wird es wagen.... doch anstele Jäger, waren wir die Gejagdten und haben uns jagen lassen, anstelle den Spieß rumzudrehen und die Jäger vor uns her zu treiben, wie die tollwütige Sau einen Haufen Treiber durch das Unterholz auf die Bäume scheucht...

    Joachim Löw, egal wie man es dreht und wendet, hatte eine tolle Zeit, bewiesen, daß er das kann und auch erfolgreich den Fussball in Deutschland geprägt, doch jetzt... jetzt muss auch er nachdenken - vor allem wissen, daß es mit seine Entscheidungen, seine taktischen Vorgaben waren, die zum Ausscheiden geführt haben. Auch diese Position darf man ruhig zur Vakanz stellen.

    Gelinde gesagt denke ich, daß man in Deutschland den gleichen Fehler gemacht hat, wie in Frankreich, Italien und den Niederlanden - man hat nach dem Titelgewinn einfach vergessen und aufgehört, daß Spiel weiter zu prägen und junge Talente zu holen und einzubauen...


    Ich schreibe nicht von Schande oder ähnliches... es ist Sport, da gibt es keine "Schande", auch wenn viellciht der eine oder andere mal überlegen sollte, ob er wirklich Deutschland vertreten hat. Hier ist ein wenig Patriotismus durchaus nicht hinderlich, sondern der Sache eher förderlich. Denn wir wurden gerade von einigen mehr patriotischen Mannschaften bezwungen, die sich daher mehr mit dem Land, der Aufgabe und damit auch den Fans identifizieren.
    Wir hatten 2014 gezeigt, daß man nicht in den Kampf ziehen muss, um etwas großes zu gewinnen - aber man mit Inelligenz, Witz und vor allem einer gesunden Portion deutscher Sturheit eine Menge bewegen kann. All das war 2018 nicht vorhanden, und der Kampf, über den es andere tun, der fehlte auch - also scheidet man aus.
    zu Recht...

    Was jetzt kommen muss, ist schlicht der Neubeginn. Junge Leute, die sich mit und für dieses Trikot zerreißen... die Bereit sind, auch einen großen Gegner und vor allem den neuen Weltmeister jederzeit aufzuessen.

    Und persönlich würde ich mit wünschen, daß der DFB jetzt in der Anfield Road anruft und einfach sagt:

    Jürgen, wir, die Nationalmannschaft und dein Land, wir brauchen Dich. Es gibt keinen anderen. Du, kein anderer, musst das jetzt machen!
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  7. #7
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    Ich finde schon, dass man von Schande sprechen kann. Wäre es die Curling-WM - so what. Aber Fußball ist eben die Sportart Nr. 1 bei uns. Davon hängen ganze Wirtschaftszweige ab. Ich bin mir sicher, dass sich das Ausscheiden auch auf den torwart.de-Shop auswirkt. Und zwar nicht positiv. Keine neuen übereifrigen Kids nach der WM, die unbedingt Torwart werden wollen. Keine Schwemme von Kids, die in die Jugendmannschaften drängen. Fußballer zu sein bedeutet vielleicht nicht "Loser" zu sein - aber es es gibt KEIN Vorbild für die Kids i der deutschen Mannschaft.

    Fragt mal in Euren Vereinen, wen die Kids anhimmeln. Das ist NICHT Kroos, nicht Müller und auch nicht Werner.

    Und Fußball auf Nationalmannschaftsebene ist nunmal zwingend eine National-Angelegenheit. Und aus "nationaler" Sicht haben wir im übertragenen Sinne den fußballerischen Stellvertreterkrieg gerade gegen die dritte Welt verloren.

    Schande passt insoweit schon.

    edit:
    Ich gehe noch weiter. Wenn das so bleibt, dann wird das wie Ende der Achziger/Anfang der Neunziger Jahre, als sich die Spieler vor der Nationalmannschaft drücken wollten, weil zu unschick, zu vie Aufwand und die Kohle verdient man ja im Verein. Wenn die Nationalmannschaft keinerlei Charme mehr versprüht, ist es vorbei...
    Geändert von Marsson (28.06.2018 um 07:40 Uhr)
    Der Teppich hat das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht...

  8. #8
    Internationale Klasse Avatar von TW-MiK
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    Ich stimme Mötormatze und Steffen zu und sage auch, dass das Wort Schande schon gut passt.
    Sicher kann man ausscheiden aber die Art und Weise spielt da eine große Rolle und da ist es schon beschämend wie einige über den Platz liefen...

    Ob Löw seinen Stuhl jetzt räumt wird sich zeigen. Meiner Meinung nach muss er es tun, da er einfach zu viel falsche Entscheidungen getroffen hat. Sei es bei der Kaderzusammenstellung oder im Bereich der taktischen Ausrichtung...und im Moment fehlt mir der Glaube das es sich soweit hinterfragt das am Ende etwas "komplett Neues" dabei rumkommt.

    Was ich aber definitiv nicht glaube ist, dass Jürgen Klopp jetzt der Heilsbringer ist! Der Name fiel bei mir gestern auch öfters wenn es um mögliche Nachfolger ging. ABER Klopp ist ein sogenannter Menschenfänger der seine positive, gallige Art nur auf ein Team übertragen kann wenn er tagtäglich mit ihnen arbeitet. Daher glaube ich nicht das er bzw. seine Art funktionieren würde wenn er die Truppe nur alle par Wochen mal für 3-4 Tage zusammen hat.
    Sky bringt auf deren Internetseite Matthias Sammer ins Spiel...

    ABER so oder so liegt es an Löw. Wenn er gehen will, dann geht er und wenn er bleiben will, dann wird keiner beim DFB sagen, sorry - da ist die Tür.

  9. #9
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von TW-MiK Beitrag anzeigen
    ..und im Moment fehlt mir der Glaube das es sich soweit hinterfragt das am Ende etwas "komplett Neues" dabei rumkommt.
    Hm, daß ist wohl war.. aber eigentlich, jetzt muss man neu machen. Löw hat ja nur fortgesetzt, was Klinsmann angefangen hat, nur Löw war erfolgreicher.

    Was ich aber definitiv nicht glaube ist, dass Jürgen Klopp jetzt der Heilsbringer ist!
    Das war auch eher scherzhaft gemeint... aber jetzt muss man trotzdem sehen: WER könnte das denn machen?
    Irgendein junger Fussball Lehrer ohne wirklich Erfahrung? Das kann gut gehen, muss aber nicht.
    Der Bundestrainer muss ja nicht den Jungs Fussball spielen beibringen, eher muss er die Fähigkeit haben, aus 20 Menschen ein Team zu formen, welches hervorragend unter Druck miteinader Fussball spielen kann. Er muss mit seinem Stab taktische analysen machen können und eine Gegentaktik erstellen, um einen Gegner zu bezwingen. Das hat gegen Mexiko nicht funktioniert und nicht gegen Südkorea, auch in den Testspielen war das nicht gut. Gegen Schweden haben wir gewonnen, aber trotzdem war das taktisch nicht wirklich sehenwert, weil man nie diese Überlegenheit spürte.

    Daher braucht man weniger einen Trainer, als einen guten Coach, der eben das Team korrekt einstellen kann, korrekt Positionen besetzt und daher eine gegnerische Mannschaft 100%ig eliminieren kann, damit das eigene Team mit der nötigen Freiheit dominieren kann. Dieses Gefühl, wer was wie wo macht, daß ist hier entscheidend.
    Der Bundestrainer braucht dann nur einen sehr guten Co-Trainer, der kleine taktische Details und kleine technische Details sieht und korrigiert, denn diese können entscheidend sein. Situationsgebunden eingreifen, schnell analysieren und rasch Verbesserungen einleiten... Für die Physis braucht man einen guten Athletiktrainer... und schon hat man Taktik, Umsetzung und Fitness ...
    Aber WER käme als VCoach in Frage, der das so leisten könnte und würde?

    Christop Daum? Thomas Tuchel?

    Sky bringt auf deren Internetseite Matthias Sammer ins Spiel...
    Nee, für mich ist Sammer kein Coach, kein Trainer. Sammer würde aber hervorragend Bierhoff ersetzen können.

    ABER so oder so liegt es an Löw. Wenn er gehen will, dann geht er und wenn er bleiben will, dann wird keiner beim DFB sagen, sorry - da ist die Tür.
    Klar wirft man Löw jetzt nicht raus... aber mein persönliches Empfinden ist, daß er jetzt sagen sollte:
    gut, das war's
    - nicht weil es insgesamt schlecht war, beileibe nicht, aber weil JETZT ein Umbruch statt finden muss und sollte.
    Aber, wenn Löw jetzt weiter macht, dann muss er einfach den Kader überdenken. Und er darf sich nicht scheuen, auch verdiente Spieler dann aussen vor zu lassen, Özil, Khedira, Müller... alles Namen, welche die Nationalelf prägten... aber Löw muss jetzt schauen, ob nicht ein Rudy, Kroos, Süle, Sané und Wagner für den Neuaufbau dann eher geeignet sind. Und DAS darf er nie vergessen.
    Allein die Nominierung von Neuer... wenn sich die Mannschaft dafür ausspricht, schön und gut - aber dann muss er sich am Sack kratzen, vor die Mannschaft treten und sagen: Neuer kommt mit, weil Ihr das wollt, aber Ter Stegen spielt.
    Es muss endlich klar werden, daß die Nationalmannschaft eine Auswahl der besten deutschen Spieler ist, und keine Zusätzliche Mannschafts, wo man mit ein paar Freunden zum Betriebsausflug fährt. Es muss klar werden, daß im Bus es nur 29 Plätze gibt und jeder muss auf einen Platz heiß sein, aber auch wissen, dass diese Stühle keine Namensschilder tragen und tragen werden, sondern Schleudersitze sind.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  10. #10

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    Zitat Zitat von Bahnschranke18 Beitrag anzeigen
    Mir gefiel folgender Kollege ziemlich gut
    https://www.transfermarkt.de/mouez-h...spieler/215677

    Leider musste er früh verletzt raus. Davor hatte er aber ein paar richtig starke Saves. Auch mit dem Fuß war er gut.
    Mir tat der Kerl so leid. Und als mit Tränen runter musste (schönen Gruß an Oli Kahn), da war ich auch kurz davor zu tränen.
    Er war auch mein Favorit.
    torwart.de-Team

  11. #11
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Standard Video Analyse: Frankreich - Argentinien - Treffer von DiMaria

    Video Analyse heißt ja nicht, daß wir Tore nicht schön finden.
    Video Analyse bedeutet, daß wir uns Tore ansehen und dann befinden, was hätte der Torwart besser machen können... nicht alle Tore sind haltbar, insbesondere dann, wenn wir erkennen, daß Torleute Menschen sind, und Menschen machen Fehler...
    so sind es ggf. Kleinigkeiten, die den Unterschid ausmachen...

    Blicken wir daher diesmal auf zwei wunderbare Fernabschlüsse, die wir uns näher ansehen wollen.
    1. Achtelfinale Frankreich gegen Argentinien

    Quelle: Sportschau auf Youtube


    Quelle: ZDF Sport auf YouTube

    Der Knaller von Di Maria.


    Halten wir uns nicht weiter auf und gehen sofort rein.
    im Ersten Video haben wir die allgemeine Perspektive, mit der wir beginnen möchten.
    Wir starten daher bei Minute 0:40 Bild 19, dem Moment, wo Di Maria zum Abschluss kommt. Der Ball liegt nahezu in vollkommen zentraler Achse vor dem Tor, Distanz 27 Meter !!!
    Lloris sehen wir noch nicht, aber vom Schatten steht er zentral rund einen Meter vor dem Tor, wies wird uns in 0:40 Bild 22 bestätigt, wo wir Lloris im Auftaktsprung erkennen.
    0:41 Bild 0 -Lloris ist mit beiden Füssen wieder am Boden und beginnt sich bereits leicht nach links zu verschieben.
    0:41 Bild 5 - Llouris hat den auftakt gesetzt, der Ball hat die 16er Grenze überschritten, die Arme von Llouris sind seitlich neben dem Körper, Llouris holt Schwung.
    0:41 Bild 8 - Gut zu erkennen, ein kleiner Nachsteller, der zwischen Bild 0 und Bild 8 geschied, Llouris macht eine Distanz anpassung, hat eine gute tiefe Kniebeugung

    0:41 Bild 9 - Llouris dreht sich leicht in Sprungrichtung, das Gewicht ist jetzt vollständig auf dem linken Bein
    0:41 Bild 11 - Llouris streckt die linke Hand in Richtung Ball, das linke Bein hat immer noch Bodenkontakt und ist gebeugt, der abdruck ist nicht erfolgt.
    0:41 Bild 12 - Abdruck wird eingeleitet, der linke Arm ist fast vollständig gestreckt. Der Rechte Fuss ist schon leicht vom Boden angelöst.
    0:41 Bild 14 - der rechte Fuss von Llouris ist vollständig vom boden abgehoben, das linke Bein beginnt sich durchzudrücken. der linke Arm hebt und streckt sich zum Ball.
    0:41 Bild 15 - Llouris ist in Vollstreckung, das linke Bein fast durchgedrückt.
    0:41 Bild 16 - Llouris rechter Fuss als Schwungbein leicht angezogen, der linke Fuss hat sich vom Boden gelöst.
    0:41 Bild 17 - Vollstreckung, der Moment in der Luft, wo der Ball in der Verlängerung der Hand den Torwart passiert. Deutlich ist zu sehen, dass Llouris die Reichweite nicht hat.
    0:42 Bild 3 - Bodenkontakt. Llouris landet seitlich, aber der linke Unterarm macht den Bodenkontakt und die rechte Hand wirkt dämpfend.
    0:42 Bild 8 - Llouris rollt nicht ab, schön ist in der bildfolge zu erkennen, wie der Torwart in sich einsinkt, von der Fallkraft förmlich in den Rasen 'gedrückt" wird... Schmerzhaft ist das nicht, aber es dauert ca. 8 Bilder bis Llouris in einer Position ankommt, wo er sich gegen die einwirktende Kraft wieder mobilisieren und bewegen kann.
    Nochmals Newtons Gesetze gelten auch für Torleute.

    0:48 Bild 7 - DiMaria trifft den Ball. Diesmal aus der Sicht vin hinter dem Schützen. Es ist fast die Achse des Spiels, denn am Bidlrand erkennen wir den Handschuh des Argentinischen Torwarts.
    Llouris steht die Füsse etwas mehr als Schulterbreit, weit nach vorn gebaugt und in Bereitsschaftsstellung, die Arme vor dem Körper, die Hände auf Kniehöhe. Er hat freie Sicht auf den Ball.
    0:48 Bild 10 - der Ball wird jetzt durch den französischen Defensivspieler und einen argentischnischen Offensivspeler etwas verdeckt, der Ball wird zwischen diesen Spieler hindurch auf das Tor von Llouris fliegen.
    Llouris ist in diesem Bild in einer "Aufwärtsbewegung" mit den Beinen, die Fersen haben sich vom Boden
    0:48 Bild 15 - Llouris rechter Fuss ist fast vom Boden abgehoben.
    0:48 Bild 20 - Llouris ist ein eine sehr breite Beinstellung übergegangen. Rechter Fuss hat wieder Bodenkontakt, der linke Fuss stellt in Richtung Ball bereits nach. Die Füsse sind deutlich mehr als Schulterbreit.
    0:49 Bild 0 - Viel hat sich nicht getan, ausser das eben der linke Fuss von Llouris wieder bodenkontakt hat und die Ferse des rechten Fusses sich stärker hebt.
    0:49 Bild 5 - Llouris dreht sich leicht nach links in Richtung Beil, Gewichtsverlagerung auf das linke Bein hat begonnen
    0:49 Bild 10 - Die Gewichtsverlagerung schreitet voran, das rechte Bein hat die Hüfte von Llouris deutlich nach links verschoben, aber Beugewinkel des linken Knies ist relativ gering und das Gewicht ist immer noch nicht über den linken Bein, sondern immer noch in der Mitte.
    0:49 Bild 24 - Llouris hat das rechte Bein nachgestellt, aber immer noch kein Gewicht auf dem linken Bein
    0:50 Bild 6 - das Gewicht ist jetzt auf dem linken Bein, Llouris kann den Abdruck einleiten
    0:50 Bild 10 - jetzt erkennen wir die linke Hand, die etwas unter Schulterhöhe nach seitlich ausgefahren wird
    0:50 Bild 18 - viel erkennen können wir nicht, da die argentinische offensive Llouris leider verdeckt, aber Llouris hat die Hand in Verlängerung der Körperachse gestreckt, die Füsse können wir leider in dieser Einstellung nicht mehr erkennen.
    0:50 Bild 22 - Vollstreckung der diagonalen Körperachse, zwischen dne Fingerspitzen von Llouris und dem Bal klafft eine Distanzlücke von mehr als einer Unterarmlänge.
    Dies macht in jedem Fall klar: Auch mit Übergreifen hätte Llouris den Ball nicht holen können.

    Wir wechseln das Video und gehen in die gleiche Torszene, nur diesmal aus der Hintertorkamera von Llouris.
    0:36 Bild 18 - leider gibt es kein Bildmaterial vorher, Llouris steht hier schon in der weiten Spreize, das ist wahrscheinlich ungefähr die Stelle, die wir oben im video bei 0:49 Bild 10 betrachtet hatten.
    Llouris rechts Bein ist durchgedrückt, das linke Bein steht leicht angewinkelt auf, die Hüfte ist etwas nach links verschoben, aber immer noch zwischen den Füssen.
    0:36 Bild 20 - Llouris holt mit den Armen Schwung, der rechte Fuss ist auf die Fusskante innen gekippt, die Hüfte aber immer noch zwischen den Füssen und das Gewicht ist nicht auf dem linken Fuss.
    0:37 Bild 1 - Llouris zieht den rechten Fuss nach
    0:37 Bild 8 - Llouris erreicht jetzt die Position, die wir in 0:49 Bild 24 und 0:50 Bild 6 des vorherigen Videos erreicht hatten.
    Noch ist er nicht 100%ig für den Abdruck bereit, aber das Gewicht ist fast komplett verschoben, die Füsse sind enger, da der rechte Fuss eingestellt wurde.
    0:37 Bild 13 - Llouris hat jetzt das Gewicht mithilde des rechten Fusses auf den linken Fuss verschoben, die hüfte ist erstmals über dem linken Sprungglenk
    0:37 Bild 17 - Llouris drückt ab, eine deutliche Bewegung des linken Beines und ein Entlasten des rechten Beines sind zu bemerken, die linke Hand ist seitlich vor dem Körper, der Oberkörper neigt sich in Ballrichtung
    0:37 Bild 21 - Immer noch Abdruckbewegung, wobei Llouris sind aber immer noch mit rechts über das linke Bein verschiebt, die linke Hand ist etwas über Hüfthöhe, der Oberkörper hat ca. 20° Neigung zur Aufrechten Achse.
    0:38 Bild 1 - der rechte Fuss verliert den Bodenkontakt, Links ist der abdruck in vollem Gange, aber das Bein schon fast gestreckt, die linke Hand ca. Schulterhöhe, der Arm gestreckt.
    0:38 Bild 13 - volle Streckung, der linke Fuss verliert den Bodenkontakt. Hier ist insbesondere gut die diagonale Vollstreckung des Körpers zu erkennen
    0:38 Bild 17 - der Ball passiert die linke Hand, bzw. ist in genau der Verlängerung zu Llouris Hand. aus der Hintertorperspektive sieht die Distanz, die Llouris fehlt allerdings nur nach wenigen Centimetern aus, wir wissen aber, daß es deutlich mehr war.
    0:40 Bild 13 - die Landung. seitlich ja, aber leicht vorgedreht kann Llouris mit der rechten Hand sich ein wenig abfangen. Der Oberkörper fall dann durch, wobei die Schultern entlastet sind, weil diese natürlich sich bewegen können.

    Alles in allem ein schönes Tor. Trotzdem können wir attestieren: Der Ball ist nicht unhaltbar.
    Llouris hat auf den ersten Blick ales richtig gemacht, und leider war DiMaria einfach besser...
    Doch auf den zweiten Blick müssen wir feststellen, daß Llouris im Auftakt nicht gut agiert. Zwar macht er eine Art Nachstellbewegung in Ball richtign, diese ist aber für das Sprungbein viel zu klein. Er stelt daher nicht genügend aus, sondern bewegt den linken Fuss viel zu wenig in Ballrichtung, dafür arbeitet er stark mit dem rechten Bein, welches er weit ausstellt, dann nachstellt, im Gegenzug aber den linken Fuss nicht weiter oder weit genug dem Ball entgegen stellt.
    Sein Auftakt ist daher breit, links ausstellen, verschieben, rechts anziehen, verschieben - Abdruck!
    Der Auftakt müsse breit, links ausstellen, rechts anziehen und links ausstellen bei gleichzeitigem Verschieben erfolgen, damit er Stellungstechnisch und Beschleuningungstechnisch seine Reichweite steigern kann.
    Er hätte einen stärkeren Abdruck, mehr Geschwindigkeit, und all dies generiert eine größere Reichweite.
    Dann hätte er diesen Ball erreicht. So hebt er aus einer wenig dynamischen Grundbewegung mit einem geringen Beugewinkel ab, was nicht genügend Moment schafft, um diesen Ball zu erreichen. Hier fehlt es deutlich an Sprungdynamik und die reine Sprungkraft reicht nicht aus, diesen Ball zu erreichen.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  12. #12
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Standard Video Analyse: Uruguay - Portugal - Treffer von Cavani

    Gehen wir zum nächsten schönen Trefer, hier ist es Gavani, der für Uruguay ein sehenswertes Tor aus der Bewegung erzielt und Rui Patricio von Portugal keine Chance läßt...
    Doch ist es so?
    Die 2. Videoanalyse durch virtuelles Torwarttraining bei Torwart.de


    Quelle: Sportschau bei YouTube

    Wir gehen gleich ins Video, zu dem Punkt, wo Cavani den Ball trifft, dies ist Minute 1:32 Bild 8. Der Ball liegt nahzu genau auf der Strafraumlinie, ca. 11 Meter nach rechts von Rui Patricio aus gesehen versetzt.
    Patricio können wir nicht 100%ig vom Stellungsspiel erkennen, aber sein Stellungsspielerscheint nach rechts verschoben.
    1:32 Bild 11 - jetzt erkennen wir die Stellung von Rui Patricio und können diese festhalten: Er steht ca. 1 Meter vom rechten Pfosten, ca. 0,5 Meter vor der Torlinie
    1:32 Bild 15 - Patricio hat sich bereits mit der Hüfte nach links verschoben, das rechte Bein ist fast durchgedrückt, das linke Bein in einem guten Kniewinkel, die Arme sind vor dem Körper etwa auf Hüfthöhe.
    1:32 Bild 21 - der rechte Fuss hat sich fast vom Boden gelöst, der Abdruck über links ist im Gange, der Oberkörper ist sehr steil zum Ball geneigt.
    1:32 Bild 24 - die linke Hand von Patricio streckt sich, der rechte Fuss wird leicht angezogen, daß linke Bein ist fast gestreckt, aber immer noch Bodenkontakt
    1:33 Bild 2 - Patricio hat die Vollstreckung in der Luft erreicht, der Ball steht in Verlängerung seiner Hand.

    Patricio landet im Nachgang ähnlich wie Llouris

    1:38 Bild 19 - Cavani trifft den Ball, Patricio mitten im Auftakt Hopser. Deutlich ist die geringe Distanz zum rechten Pfosten zu erkennen
    Leider schwenkt ide Kamera vom Tor weg, so daß wir Patricio erst bei 1:39 Bild 15 wider ins Bild bekommen, hier sehen wir, daß sein rechtes Bein nahezu durchgedrückt ist, das linke Bein gebeugt ist, die Hüfte ist daher schon nach links verschoben.
    1:40 Bild 6 - zu oben hat sich nichts verändert, ein Nachstellen ist nicht zu erkennen, ausser das er wie Llouris das rechte Bein etwas näher an den linken Fuss heranstellt...
    1:41 Bild 1 - die Vollstreckung, doch es reicht nicht
    Nun aus der Hintertorkamera.
    1:43 Bild 12 - der Moment wo Cavani abschließt, ganz klar ist das Stellungsspiel von Patricio zu erkennen.
    1:44 Bild 21 - läßt man das Video vom Moment des Abschlusses bis zu diesem Bild durchlaufen erkennt man das Patricio sich verschiebt, den linken Fuss neu setzt, aber eben nicht zum Auftakt in Ballrichtung wegstellt, sondern fast auf den gleichen Punkt wieder aufsetzt. Er verschiebt alsi das Gewicht auf den linken Fuss, zieht den rechten Fuss in einer Art Nachstellbewegung an, setzt aber den Abdruckfuss fast haargenau auf die gleiche Stelle, wie das Standbild verrät.

    Auch hier, ein sagenhaft schönes Tor, aber ermöglicht wird es, weil Patricio erstens nicht den linken Fuss wie Llouris nochmals zum Ball ausstellt, um Distanz zu machen, aber insbesondere durch ein etwas unglückliches Stellungsspiel. Patricio steht zu defensiv am rechten Pfosten, so daß die lange Ecke sehr weit offen steht. Der herrliche Ball von Cavani ist damit für Ihn unerreichbar. Hätte Patricio etwas mittiger gestanden, was optimal vom Schusswinkel gewesen wäre, diesen Ball hätte er gefischt.
    So macht er im Auftakt nicht genügend Distanz weg, kann sich nur strecken, was nicht ausreichend ist. Ob er zeitlich hätte nochmals nachstellen können, entzieht sich ein wenig der Analyse wie aber die Hintertorpersepktive zeigt, ist die Zeit für eine Nachstellbewegung in Ballrichtung gegeben. Nur anstelle den Fuss des Sprungbeins weiter auszustellen, und die Dynamik der Bewegung mit zu nehmen, über das weite Sprungbein zu kommen und sich dann abzudrücken, wodurch, wie bei Llouris auch ein Reichweitenvorteil durch Verringerung der Distanz und eine Steigerung der Dynamik eingesetzt hätte, setzt Rui Patrício den Fuss des Sprungbeis an die gleiche Stelle wie zuvor, und erzielt sich keine Reichweitensteierung.
    Gefühlt, ja - Parktisch, nein. Für Patrioco muss sich die Bewegung wie Nachstellen zum Ball angefühlt haben, aber praktisch wuede diese Bwegung nicht ausgeführt.
    Der Hauptkritikpunkte ist hier das leicht imperfekte Stellungsspiel, womit die lange Ecke nicht ausreichend gedeckt wird, der Ball ist damit nicht erreichbar für Patricio. Wäre seine Ausgangsstellung besser gewesen auch ohne die Dynamik im Absprung wäre dieser Ball von Ihm erreicht worden.
    Doch im Nachgang betrachtet, auch ein Ball, den Patricio durchaus hätte halten können...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  13. #13
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    Hier mal ein Artikel von Bild.de, der beschreibt was mit auch aufgefallen ist...aber anscheinend keinen interessiert...
    https://www.bild.de/sport/fussball/f...5090.bild.html

    Dabei kommt mir die auf: "Hat ein Keeper überhaupt noch eine Chance wenn er bis zum Schuss warten muss?" bzw. "Warum greift der Videoschiri nicht ein?"


    Edit: der Kicker greift das Thema auch auf...
    http://www.kicker.de/news/fussball/w...rregulaer.html
    Geändert von TW-MiK (03.07.2018 um 14:32 Uhr)

  14. #14
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    TW-MiK,
    ich habe es schon immer gesagt, Elfmeter ist umgangssprachlich. Korrekt heißt das Ding: Strafstoß!
    Es soll also eigentlich eine Strafe sein. Welche Strafe für entsprecht rüde Vergehen ist es, wenn man die Strafe dann mit guten Chancen 'abwenden' kann?

    Das käme einem Freibrief gleich: Volels Tackling im Strafraum gegen den Stürmer, egal, der Torwart kann den Strafstoß ja halten!

    Damit das nicht der Fall ist, ist der Strafstoß schon sehr, sehr schwer zu halten, die Regel verdeutlicht es. Kaum Zeit zu antizipieren, volle Torbreite... Es ist und war immer ein Wettrüsten der Torleute gegen die Schützen. Achte auf die Hüfte, achte auf den Anlauf, achte wohin der Schütze in dem oder dem Moment schaut, achte auf die Füsse, etc.
    Und trotzdem:

    Elfmeter kann man nicht trainieren! Du kannst 10000 Elfmeter schießen und wirst Dich damit nur langsam an deine Schützen gewöhnen und damit eine viel höhere Chance erarbeiten, weil Du die Schützen super kennst und dann aufgrund der vielen, vielen kleinen Informationen erkennen kannst, wohin der Schütze schießen wird... aber dann kommen im entscheidenden Elfmeterschießen eben Schützen, die Du nicht so gut kennst und selbst mit diesen statistischen Zettelchen - Du reagierst nicht so, wie als wenn Du den Schützen kennt...

    Du kannst jetzt deine Reaktion verbessern, Du kannst deine Geschwindigkeit verbessern... all das bewahrt Dich nicht davon, bei 5 Elfmetern einfach mal überhaupt keinen zu halten.
    Du kannst als Elfmeterkiller verschrieen sein, aber gegen einen cleveren Schützen wirst Du das Ding einfach fressen.

    Elfmeter sind und bleiben nicht trainierbar. Wäre dies der Fall, würde man viele, viele Torleute just in der Richtung arbeiten sehen - passiert aber nicht, weil Du das nicht steigern kannst.


    Somit greifen Torleute natürlich gerade bei solchen Turnieren zu den Strohhalmen und 'tricksen'... denn gewinnen wollen, das ist in jedem bei diesen Turnieren.
    Da die Schiris es nicht pfeifen... da ist dieses tricksen schon fast egal.

    Die Blaue Mauer war gerade 8 Jahre alt, da machte ich Ihn darauf aufmerksam, daß man beim Strafstoß auf der Linie stehen muss! Seine Antwort war deutlich: "Warum sollte ich das machen? Ich schenke dem Stürmer doch nichts! Und solange der Schiedsrichter es nicht pfeift, mache ich das weiter!"
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  15. #15
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    Standard Weltmeister Parade von Jordan Pickford - die Video Analyse

    Pickford - the high dive

    England geht zurecht steil, denn was der Jordan Pickford gegen Columbia abgerufen hat, war zum ersten Mal eine sehenwerte Torhüterleistung, insbesondere wenn wir in Betracht ziehen, daß die Engländer sowieso immer etwas an Torleuten auszusetzen haben.

    Schauen wir uns daher in der Video Analyse einmal genauer an, was Pickford tut... natürlich finden wir wieder Haare in der Suppe, ABEr das soll und kann nicht schmälern, daß Jordan Pickford wohl die bisher tollste Parade das Turniers gezeigt hat.

    Ja, man muss da schon ein wenig mehr hinschauen, dnen auch wenn die Engläder die Sache bejubeln, Video Material ist da wenig zu finden, jedenfalls nicht auf den üblichen Plattformen, aber gestreamte Inhalte, die sind da und damit kann man schon etwas anfangen.

    Zunächst stellen wir fest, daß der Schuss aus nahezu völlig zentraler Position mit einer Distanz von 33 Metern abfeuert worden ist. Der Columbianer kommt aus vollem Lauf und legt in diesen mächtigen Schuss nicht bloß seine Beinkraft und Körpermasse, sondern auch noch seinen vollen Anlauf. Ein Vollerkracher, in dem sicherlich alles gelegen hat, was ein Spieler nur auf das Tor abgeben kann.

    Das wissen wir jetzt, schauen wir daher zu Pickford, der in diesem Moment rund 3,5 Meter vor dem Tor steht.


    Quelle: Pickford Incredible Save vs. Columbia by Stony on YouTube

    Die Qualität ist nicht besonders, es sind nur rund 10 Bilder die Sekunde, aber wie gesagt, um das anzusehen, sollte es reichen.
    Gehen wir daher ohne Umsdchweife in die Hintertorperspektive und schauen uns einen Bewegungsbaluf an, wo wirklich alles gepasst hat.
    Das Video startet bei 0:00 Bild 0, da ist der Ball bereits unterwegs, Pickford leitet nun folgend die erste Bewegung ein

    0:00 Bild 10 Senken des Körperschwerpunktes mit Gewichtsverlagerung, Pickford dreht den linken Fuss auf
    0:02 Bild 1: Pickford hat das Gewicht auf das linke Bein verlagert und die Fussspitze in den Boden gestemmt, sein Körper neigt sich zur Richtungsänderung deutlich nach links
    0:02 Bild 9: Pickford drückt das linke Bein durch, zieht das rechte Bein nach
    0:03 Bild 8: Jordan Pickford zieht das Bein nicht nach vorn, sondern er stellt nach rückwärts aus, er ändert damit die Laufrichtung von seitwärts nach schrägt rückwärts und passt damit seine eigene Distanz vor dem Tor an.
    0:04 Bild 4: der rechte Fuss bekommt Bodenkontakt, da die Bewegung allerdings dynamisch ist, hat sich der linke Fuss schon fast vollständig vom Boden gelöst
    0:04 Bild 9: der linke Fuss schwingt nun ebenfalls seitlich aus, getrieben mit einer Gewichtsverlagerung und geschoben durch das rechte Bein.
    0:06 Bild 3: Pickford hat den Stemmschritt gesetzt, der linke Fuss hat Bodenkontakt und seine Fusstellung ist sehr breit, der linke Fuss steht dabei nochmals leicht seitlich hinter dem rechten Fuss. Jordan Pickford hat den Oberkörper in deutlicher Neigung, der rechte Arm ist erhoben, der ellenbogen ca. auf Ohrhöhe, der linke Arm noch tief, etwa auf Höhe der Rippen.
    0:07 Bild 0: Der Moment des Abdrucks, das Gewicht liegt voll auf dem Sprungbein, der Kniewinkel beträgt fast ideale 90°, Pickford hat die rechte Hand in Richtung Ball erhoben, die linke Hand jetzt neben dem Ohr auf Kopfhöhe
    0:07 Bild 6: Kräfter Abdruck mit dem linken Bein, der rechte Fuss hat seit Bild 2 den Bodenkontakt verloren, ging bisher die rechte Hand nach oben Richtung Ball, markiert dieses Bild den Moment, wo die rechte Hand nach rechts abdriftet und die Linke sich beginnt zum Ball zu strecken. Der Kniewinkel beträgt noch rund 30°
    0:08 Bild 4: Voller Abdruck bis in die Zehen, der Fuss hat noch Bodenkontakt, die rechte Hand jetzt eher entspannt, leicht gestreckter arm seitlich vom Körper, die linke Hand voll geöffnet und fast neben dem Kopf ausgestreckt
    0:08 Bild 6: der linke Fuss verliert Bodenkontakt, der linke Arm ist nehezu vollständig getreckt, die Hand weit geöffnet
    0:08 Bild 9: Überstreckung. Pcikford ist in der Luft und streckt jetzt die linke Hand in Richtung Ball. Dies ist nicht leicht, weil die Hüfte durch den Absprung links arretiert ist, das heißt, die Hüfte kann nicht die linke Körperseite entlasten und "verlängern", Pickford spannt daher die rechte seitliche Stütz und Haltemuskulatur an, krümmt so leicht die Wirbelsäule nach rechts, was den Schultergürtel links anhebt - er überstreckt die linke Körperseite.
    0:09 Bild 4: Die Überstreckung wird deutlich, diese schiebt jetzt in der Flugphase die linke Schulter nach oben und man kann deutlich die im Boden gekrümmte Wirbelsäule erkennen, der linke Arm ist vollständig gestreckt.
    0:09 Bild 8: Ballberührung mit den Fingerspitzen, die Überstreckung wurde nochmals verbessert, weil Pickford das rechte Bein getreckt läßt und das linke Bein entspannt, dadurch löst sich die Hüftarretierung des Absprungs, die Hüfte kann entspannen und kippte von Bild 4 bis Bild 8 von links unten nach links oben, wodurch die Verkrümmung der Wirbelsäule nachläst, was den links erhobenen Schultergürtel nochmals einige Centimter höher kommen lässt.

    Nachfolgend die Landung kurz und knapp: Durch die Überstreckte Haltung, die leicht verdrehte Hüftlage kann Pickford nicht seitengerecht landen, das linke Bein schwingt daher "strampelnd" nach vorn, das rechte Bein, tiefer als das Linke sucht den Bodenkontakt.
    Pickford macht mit der rechten Fussspitze Bodenkontakt, dreht den Körper nach rückwärts ein um die Arme zu Boden zu bringen. Daher löst sich der rechte Fuss wieder vom Boden, der linke Fuss bekommt an der Schienbeinaussenkante Bodenkontakt. Dann folgen die Arme und der Oberkörper.


    Vom Timing her, eine wirklich großartige Parade. Pickford macht nicht den Fehler, sich nur seitlich zu bewegen, sondern passt instinktiv seine Richtung von seitlich zu seitlich rückwärts an, und kann den Ball, der sich in einem Boden senkt, so noch erreichen. Mit den Fingerspitzen lenkt er denn Ball in einer Überstreckung ab und verhindert so einen Treffer, den man getreu als Snderklasse hätte einstufen können - so aber erleben wir eine Weltklasse Parade, die man sich immer und immer wieder ansehen kann, schnalzt anerkennend mit der Zunge.
    Doch, da bin ich vollen Lobes, Pickford hat es großartig gemacht. Die Beinarbeit, der Abdruck... da stimmte alles.

    Nur sind mit Dinge aufgefallen: Pickford hebt den rechten Arm, um diesen wieder zu senken. Als Schwungarm ist das innvoll, doch hätte er den Arm durchgerissen und damit über gegriffen, es wäre Ihm leichter gefallen.
    Deutlich sieht man die Überstreckung und Krümmung der Wirbelsäule, hätte er den rechten Arm benutzt, die nach links unten arretierte Hüfte hätte stabil bleiben können, der rechte Schultergürtel wäre ohne Krümmung der Wirbelsäule voll zu erheben gewesen - eine Reichweitenverlängerung von mehr als eine Handlänger wären das Resultat gewesen. Pickford hätte den Ball dann nicht nur mit den Fingerspitzen erreicht, sondern sicher mit der kompletten Hand hinter den Ball gekommen.
    Dies wird in 0:09 Bild 8 überdeutlich, wo man die gekrümmte, überstreckte Haltung sieht. würde man jetzt die rechte Schulter erhoben einzeichnen, die linke Hüfte nach links unten arretiert, das rechte Bein als Schwungbein angezogen und den rechten Arm voll neben dem Kopf gestreckt: Pickford hätte diesen Ball fast mit dem rechten Unterarm erreichen können. Er beraubt sich der Reichweite, die er hat, weil er die Leithand, anstelle die Übergreife nimmt.
    Fluglage und Position des Balles lassen aber hier nicht nur ein Übergreifen zu, aus allein Bewegungsergonomischer Sicht ist es sicherer und mit einer deutlichen Steigerung der Reichweite verbunden. Pickford verschenkte hier also wertvolle Centimeter - doch das Glück ist mit den Tüchtigen: Seine Beinarbeit war so gut, daß er denn Ball, mit etwas Mühe zwar, erreicht und ablenken kann.

    Wie gesagt, man kann vieleicht diese Sache besser machen, doch das soll nicht schmälern, daß es eine weltmeisterliche Parade gewesen war, zu der man Pickford gratulieren darf.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  16. #16
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    Die Parade war schon MEGA!!!
    Leider hat man, weil aus der anschließenden Ecke der Ausgleich fiel, kaum Wiederholungen oder andere Perspektiven gezeigt bekommen.

    Generell finde ich, dass Pickford zu den besten Keepern der WM bis jetzt zählt!

  17. #17
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    Ururgay's Keeper zollte grad Karius ein Tribut
    Wer immer gut aussieht, bei dem fällt es irgendwann nicht mehr auf. (Toni Schumacher)

    Handschuh-Sammler (153 Paar, Stand 13.07.2018) und ausgewiesener Tester sowie Berater

  18. #18

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    England: Mit Jordan Pickford ins Finale?

    Unabhänig vom Ausgang dieser WM, Jordan Pickford hat sich im Achtelfinale gegen Kolumbien unsterblich gemacht! Der Keeper gewann nahezu im Alleingang das Elfmeterschießen. Und auch gegen Schweden zeigte er beim 2:0 Sieg, dass England sich im Tor nicht mehr verstecken muss! Mehrmals parierte er auf der Linie großartig! mehr
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  19. #19
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    Vor der WM war mein Tipp:

    1. Deutschland fliegt in der Vorrunde raus
    2. Frankreich wird Weltmeister

    Der erste Teil des Tipps ist leider eingetreten. Beim 2. Teil liegt Frankreich noch gut im Rennen. Ich gebe zu, mit einer Portion Neid den noch verbliebenen 4 Teams zuzuschauen. Wie schön wäre es gewesen, wenn unser Team darunter gewesen wäre?

    Aber weder Grindel, noch Löw und sein Stab stellen sich infrage? Das verwundert neben dem Ausscheiden in der Vorrunde noch mehr? Aber es muß ja weitergehen! Allerdings wird zunächst Grindel gefordert sein, einen neuen Stab zu bilden, bevor er damit an die Öffentlichkeit tritt! Dabei kann er sich so einiges (Gutes wie Schlechtes) aus der Bundesliga abschauen. Schafft er es nicht in angemessener Zeit, dann werden die Bundesligisten, denen er eh ein Dorn im Auge ist, für entsprechende Tatsachen sorgen.

    Keine Frage, der aktuelle Trainerstab um Löw hat sich große Verdienste für den deutschen Fussball erworben. Doch haben sich unter dem Erfolg manche Probleme angesammelt, die einer Lösung bedurft hätten. Man hat sich ein wenig daran aufgerieben und man hat es immer wieder hinten an gestellt.

    1. RAE-Effekt (real-age-effekt)
    Die in den ersten Monaten eines Jahres beborenen Kinder/Jugendliche erhalten aufgrund ihrer physischen und psychischen Vorteile mehr Einsätze und werden eher gefördert. Bei den früh im Jahr geborenen Kindern besteht die Gefahr eines "Übertrainings" sowie einer zu frühen Positionsspezialisierung besteht. Bei den später im Jahr geborenen Kindern besteht die Gefahr, dass man ihr Talent gar nicht entdeckt, weil sie weniger Spieleinsätze bekommen und stets mit den "älteren" des Jahrgangs verglichen werden.
    Kaum jemand bestreitet den RAE-Effekt, allerdings gibt es noch keine Veränderungen im Kinder- und Jugendfussball, die dies berücksichtigen. Oder kennt ihr welche?

    2. Vom Saisontorwart zum Ausbildungkonzept für Nachwuchstorhüter
    Vor jeder Saison stellt man sich von den Bambini bis zur A-Jugend die Frage, wer spielt auf welcher Position? Das mag auf den Feldspielerpostionen kein großes Problem sein. Denn dafür haben die Spieler ein mehr oder weniger gutes Training bekommen, sodass hier eine gewisse Flexibilität vorhanden ist.
    Statt einer systematischen Ausbildung gibt es leider noch allzuhäufig den "Saisontorwart", der jeweils vom Trainer benannt wird. Vielfach fehlt es an Zeit oder an geeignetem Personal, weshalb das Nachwuchstorwarttraining vernachlässigt wird. Die Zeiten, in denen man die Langsamen und Trägen, die Faulen und Dummen in den Kasten gestellt hat, ist aber längst vorbei. Der Torwart-Nachwuchs will auch Spaß beim Fussball, anstatt sich anhören zu müssen: "Jetzt kannst du aber mal langsam wieder einen halten"!
    Hier fehlt es noch an einem guten Konzept, denn die bisherigen Bemühungen des DFB und der Verbände waren noch nicht viel mehr als der Tropfen auf einem heißen Stein. Man möchte vielerorts gerne etwas mit den Torleuten machen. Aber man hat Berührungsängste mit dem Thema und bevor man etwas falsch macht, glaubt man fest daran, dass die ehemaligen Torleute schon alles notwendige trainieren können. Doch auch diese TW-Trainer finden sich meist als Autodidaten.
    Es fehlt hier an einem durchgegängigen Konzept über TW-Trainingsinhalte für die unterschiedlichen Altersstufen. Wünschen würde ich mir, dass man versucht durch TW-Training in homogenen Gruppen das Einzeltraining weitestgehend zu ersetzen und hierbei weitere Erfahrungen im tornahen Bereich zu sammeln. Es fehlt ein TW-Ausbildungskonzept mit Kompetenzübertragung nach Prüfung. Manches muß gar nicht neu erfunden werden. So gibts im benachbarten Ausland (Benelux-Österreich-Schweiz) bereits Erfahrungen, die sich für Deutschland bestimmt noch optimieren lassen. Allerdings sollte man nicht nur die im Ausland erworbenen Mannschaftstrainerlizenzen, sondern endlich auch die Torwarttrainerlizenzen vom DFB anerkennen!

    Ich denke mal, dass Know-How dafür ist auch in unserer Bundesliga vorhanden. Es wird Zeit, die "Silberrücken" aus dem DFB durch junge, ehrgeizige Kräfte zu ersetzen, damit der Umbruch mit großen Schritten angegangen werden kann.

    Sicher fallen euch weitere Defizite ein, durch die der deutsche Fussball wieder zu einem Markenzeichen wird? Oder glaubt ihr vielleicht, dass es mit ein bißchen Kritik an Özil und ein paar anderen getan ist und man ansonsten sein Glas Bier mit "weiter so" zuprosten sollte?

  20. #20

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  21. #21
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    Also gut: Pfaff glaubt an ein Endspiel: Belgien ./. England.

    Ich tippe auf Kroatien ./. Frankreich! Ein Franzose wird in jedem Falle jubeln dürfen, egal ob es Belgiens Co-Trainer oder Frankreichs Trainer ist.

    Für alles gibt es gute Gründe, denn es wird vermutlich knapp werden in den Duellen. Aber endlich kommt Spannung in dieser WM auf, weil der Star jeweils die Mannschaft ist, die alles gibt, um erfolgreich zu sein. Nur, was haut uns die WM sonst Neues gegeben?

  22. #22

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  23. #23
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    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Nur, was haut uns die WM sonst Neues gegeben?
    Die Erkenntnis für den DFB, dass Ballbesitz keine Tore schießt

  24. #24
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    Zitat Zitat von TW-MiK Beitrag anzeigen
    Die Erkenntnis für den DFB, dass Ballbesitz keine Tore schießt
    Ja, für den DFB war das was Neues und hätte und würde der DFB mehr auf seine Trainer, als irgendwelche Funkionäre hören, wüsste er das schon viel, viel länger... es ist nur komisch, daß dieses Wissen, von einigen Trainern der Bundesliga einst so erfolgreich GEGEN den Ballbesitzfussball angewandt, nicht schon viel viel früher 'durchgesickert' ist...

    Zudem hat man inzwischen auch gesehen, daß eine erfolgreiche Defensive einem gnadenlos anstürmenden Offensivaket gewachsen ist, wenn man dann die so beliebte Form der "Nadelstiche" - also der schnellen Konter auspackt.
    Zudem sind in der WM erstaunlich viele Tore gefallen, die von ausserhalb des 16ers abgefeuert worden sind - der Fussball des DFB hingegen zielte für mich immer darauf ab, den Ball erst IN die Box zu bringen, um dann dort ein Tor zu erzielen, so daß Fernabschlüsse höchstens bei Standards gewagt worden sind, selten aus dem Spiel heraus. andere Mannschaften erzielten aber gerade gegen tiefe Defensiven mit Fernabschlüssen zum Teil die schönsten Tore... und scheinbar müssen Torleute wieder lernen, wie man solche Bälle hält.
    Die Stärke im Eins gegen Eins und zum Teil in der Raumverteidigung waren zum Teil deutlich sichtbar, auch die raschen Reaktionen bei nahen Abschlüssen, doch bei Fernschüssen sahen einige der torleute nicht gerade gut aus oder trafen schlicht die falschen Entscheidungen...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  25. #25
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    Ja, ihr habt schon recht. Auch ich habe mich gewundert, warum Löw sowohl in den Vorbereitungsspielen wie auch nach der Niederlage gegen Mexiko während des Spiels mit verärgertem Gesichtsausdruck gezeigt wurde, aber nach dem Spiel erklärte, es sei alles o.k. und schon im nächsten Spiel würde man es sehen?

    Man mochte es auch gern glauben, schließlich standen dort Spieler auf dem Rasen, die in deutschen oder europäischen Topvereinen ihr Geld verdienen. Als aber Hummels nach dem Mexiko-Spiel sehr deutlich seine Unzufriedenheit über die deutsche Taktik äußerte und darin wohl noch seine letzte Hoffnung wähnte, sah man ihn am nächsten Tag am Strand. Ob es nun die anschließenden Nackenschläge waren, die er auf seine Kritik erntete oder sonst noch ein Problem vorlag, wer weiß das schon? Denn nach dem zweiten Spiel gegen Schweden sah man zumindest über 20 Minuten lang einen mit Tempo seitlich andribbelnden Timo Werner, der mit Gomez und Reus Abnehmer im Zentrum fand. Aber schon im 3. Spiel gegen Südkorea sah man wieder den altbackenden Rentnerfussball ohne jegliches Tempo, mit dem man heutzutage wohl kaum noch ein Team aus der 2. Bundesliga erschrecken kann.

    Leider fiel auch Manuel Neuer eine unglückliche Rolle zu. Er konnte zwar nichts dafür, dass ihm nach langer Verletzungspause vom Bundestrainer das Vertrauen geschenkt wurde und Ter Stegen mit einer sehr guten Saison im
    Rücken auf der Reservebank platznehmen durfte. Aber mit seiner Analyse: "Wir (also die Mannschaft) haben es selbst verbockt" leider nur mit der halben Wahrheit herausrückte. Denn sowohl Kroatiens als auch Frankreichs Trainer hatten heraus gestellt: "es ist die Mannschaft, die das Spiel gewinnt"! Nur man muß sie dann auch das spielen lassen, was sie in ihren Heimatvereinen so erfolgreich macht! Das war schon bei der EM 2016 das Problem, dass zu wenig Tore erzielt wurden und das war jetzt noch zu einem größeren Problem geworden.

    Die Erkenntnis, dass man einen tiefgestaffelten Gegner nur mit Tempo erfolgreich knacken kann, scheint jedoch beim DFB noch nicht überall angekommen zu sein. Ich bin da mal gespannt auf die angekündigte Analyse?

    Nein, es gibt keinen Grund die Ära Löw schlecht zu reden. Denn es gab davor eine Zeit, in der es niemand machen wollte. Wer erinnert sich nicht an die Brandrede eines Rudi Völlers nach einem enttäuschenden Länderspiel gegen die Färöer-Insel? Aber die Gefahr ist immer groß, dass nach einigen unerwarteten Erfolgen der Erneuerungsprozeß nicht mit ausreichender Energie voran getrieben wird.

    Leider kamen nicht ganz unerwartete politische Konflickte hinzu, auf die man sich nicht gut genug vorbereitet hatte. Vermutlich hätte man auf die innenpolitischen Probleme Russlands, dem Staatsdoping und einem koruppten Putin genügend Antworten liefern können. Aber das ausgerechnet ein Despot wie Erdogan auch die Bühne des Sports für sich einnimmt, damit hatte wohl niemand gerechnet? Da kann man sich Tausendmal wünschen den Sport und die Politik doch bitte zu trennen. Wenn es die Fans nicht wollen, dann wird man es nicht ignorieren können.

    Dem aktulen Trainerstab des DFB gebührt aufgrund ihrer sportlichen Verdienst eine anständige Verabschiedung. Was nun die Rolle von Bierhoff anbelangt, darüber kann man sicherlich streiten? Ist es besser ganz offen über eine Millionensumme als Handgeld für den Vertragsabschluß ungeniert zu fordern oder streicht man lieber 6,7 Millionen heimlich für seine Bemühungen um eine EM-Bewerbung ein?

    Ich denke mal, sehr viel deutlicher kann sich einen "Neustart mit neuen Gesichtern" wohl nicht wünschen?

  26. #26

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    Wer gewinnt?

    Kroatien oder Frankreich?
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  27. #27

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    Subasic / ich hatte das Gefühl, dass er nur halbherzig spielte!?
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  28. #28

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    WM: Frankreich holt Titel

    Frankreich hat das WM-Finale gegen Kroatien 4:2 (2:1) gewonnen. Dabei traf Mario Mandzukic mit einem Eigentor (18. Minute), Antoine Griezmann per Handelfmeter (38.) sowie Paul Pogba (59.) und Kylian Mbappé (65.) für Frankreich und Ivan Perisic (28.) und Mandzukic, wiederum(69.) für Kroatien. Die beiden Keeper erwischten dabei nicht unbedingt ihren besten Tag! mehr
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  29. #29
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    Ich hatte wohl auf Frankreich getippt, allerdings hatte ich mir vom Finale ein bißchen mehr erwartet. Insbesondere in der 1. Halbzeit gab es zeitweiligen Leerlauf, der eines WM-Titelträgers nicht würdig war. In der zweiten Halbzeit kam nun endlich Dynamik auf, die auch in Tore umgemünzt werden konnte. Denn Tore sind nun einmal das Salz in der Suppe des Fussballs, denn es ist ihr Zweck.

    Aber selbstverständlich ist es genauso wichtig Tore des Gegners zu verhindern. (Vor diesem Problem wird sich Löw in seiner am 24. August erwarteten Analyse nicht drücken können.) Hier zeigten sich gerade die Kroaten einige Male recht unglücklich in ihren Aktionen (z.B. Eigentor zum 0 : 1). Allerdings hat auch der Torwart bei Standards Zeit sich und seine Vorderleute zu positionieren. Da gab es Kritik in Richtung Kroatien, ob die besonders tiefe Positionierung geeignet sei, hohe Bälle im Bereich des 5 Meter-Raumes gemeinsam erfolgreich zu verteidigen?

    Aufgrund des Ergebnisses von 4 : 2 und der herausgespielten Vorteile des französischen Teams in der 2. Halbzeit geht für mich der Sieg von Frankreich in Ordnung. Besonders habe ich mich gefreut, dass man nicht nur die Führung verteiligen wollte, sondern weiterhin den Torerfolg gesucht und gefunden hat. Allerdings ohne die Abwehraufgaben dabei zu vernachlässigen.

    Über das 2. Gegentor konnte Lloris allerdings schon kurz nach dem Spiel selbst lachen Denn selbst, wenn er gleichzeitig der beste Techniker in seiner Mannschaft gewesen wäre, diese TW-Aktion war ein unnötiger Zweikampf. Er zeigte gleichzeitig die Grenzen des "Mitspielen-Wollen" auf, denn der Fussball ist nun einmal ein Ergebnisspiel, bei dem die Risiken gut abgewägt sein sollten.

    Vollkommen zu recht wurden nach meiner Meinung die Leistungen von Mpappe, Modric und Courtiuis besonders hervorgehoben. Allerdings ragten ihre Leistungen nicht deutlich über denen anderer hinaus. Aber perfekte Spieler gibt es nun mal nicht, sondern nur welche, die ein paar mehr Ideen, ein wenig mehr Mut haben, mehr Kampfbereitschaft zeigen und über besondere Anlagen verfügen.

    Gedanken wird man sich über die Spielkontrolle durch das Gespann von Schiedsrichter und seinen Assistenten auf dem Platz und insbesondere im Videoraum machen müssen. Insbesondere die Videoüberwachung soll den Fussball ehrlicher machen. Das gelang einige Male. Denn nie gab es soviele Elfmeter. Allerdings wurden einige Teams die derzeitige Regelung, wonach nur die unmittelbare Aktion im torgefährlichen Raum per Videoschiedsrichter beurteilt wurde, "ausgetrixen". Ein Beispiel dafür war die Schwalbe von Griezmann. Hier führte der unberechtigte Freistoß zum Tor.

    Die erste WM mit Videoassistenten dürfte auch deshalb in die Geschichte eingehen, weil sie den Fussball um ein weiteres Element erweitert hat. Die Frage ist allerdings, ob der Anspruch einer Gerechtigkeit in Fussball erheben kann oder ob das Glück einerseits und das Unglück andererseits nicht auch dazu gehört? Aber wenn man den Videobeweis möchte, dann sollte man ihn auf die Prüfung der Standards in der gegnerischen Häflte mit einbeziehen. Auch würde ich mir wünschen, dass auch die Spieler und Zuschauer im Stadion und nicht nur der Schiedsrichter den Videobeweis auf der Stadionleinwand geliefert bekommen.

    Die Kritik am Zeitraum der Prüfung des Videobeweises halte ich für nicht mehr angemessen, weil es vielfach sehr schnell ging. Für ein spannendes Spiel auch im Sinne der Zuschauer sollte es weitere Veränderungen geben:
    - "Ringkampfeinlagen" wie Halten und Ziehen führen generell zum Schiedsrichterpfiff (wenn beide Spieler gleichzeitig gehalten und gezerrt haben, wird das Spiel durch Schiedsrichterball fortgesetzt.
    - Spielverzögerung sollte als Unsportlichkeit gewertet und mit "gelber Karte" geahndet werden

    Die Einwechselung eines 4. Spielers halte ich generell für einen Vorteil, weil er den den stetigen wachsenden Anforderungen in der Dynamik dieser Sportart entgegen kommt. Ich würde mir sogar wünschen, den 4. Spieler nicht erst in der Nachspielzeit, sondern grundsätzlich zu ermöglichen. Denn auf diese Weise bekommen alle Spieler eines Teams mehr Praxis, will man die Wettkampfteilnahme als logische Konsequenz des Trainings ansehen.

    Im Jugendfussball und im Breitensport wäre der 4. Einwechselspieler schon deshalb ein großer Vorteil, weil es es hier möglichst gar keine Bankdrücker geben sollte. Wie denkt ihr darüber?

  30. #30
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    Ich denke zu Hugo Lloris Karius bracht man nichts zu sagen (sonst ja solides Tunier).
    Aber Subasic...Abgesehn vom Elfer sieht er bei jedem Tor "unglücklich aus". Hatte er Pattex an den Schuhen oder warum fliegt er so selten?
    Wer immer gut aussieht, bei dem fällt es irgendwann nicht mehr auf. (Toni Schumacher)

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  31. #31
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    Meines Erachtens offenkundig, dass er verletzt gewesen ist.
    Als er in der zweiten Halbzeit dann mal einen Ball halten konnte, ist er mit schmerzverzerrtem Gesicht aufgestanden.
    Selbst die paar Schritte danach fielen ihm schwer.

    Hat nix gelernt aus Kahn 2002...

    PS: Wir haben keinen Thread für Subašić.
    Geändert von Icewolf (16.07.2018 um 22:58 Uhr)
    Die Qualität des Breierzeugnisses ist reziprok proportional abhängig von der Quantität der partizipierten Köche.

  32. #32
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    Geht's nur mir so oder hat man bei diesem Turnier verhältnismäßig wenig "Torwart-Grätschen" im 1gg1 gesehen. Eher so klassische Blockstellungen mit den Beinen mehr zusammen als fast im Vollspagat. Oder gab es gar weniger 1gg1 Situationen? Habe lange nicht alle Spiele gesehen...

    Gruß,
    Olli

  33. #33

    Standard

    Zitat Zitat von AH-Olli Beitrag anzeigen
    Geht's nur mir so oder hat man bei diesem Turnier verhältnismäßig wenig "Torwart-Grätschen" im 1gg1 gesehen. Eher so klassische Blockstellungen mit den Beinen mehr zusammen als fast im Vollspagat. Oder gab es gar weniger 1gg1 Situationen? Habe lange nicht alle Spiele gesehen...

    Gruß,
    Olli
    Stimmt absolut. Das lag eben auch daran, dass die Mannschaften relativ defensiv standen und es daher wenig Konter oder steile Pässe gab.
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  34. #34
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    Die Fifa ist der Analyse durch den Bundestrainerstab zuvor gekommen und erklärt das frühzeitige Ausscheiden mit "fehlendem Glück". Man habe in der WM 2014 pro Spiel weniger Torchancen gehabt, aber daraus mehr gemacht.

    Aber Torchance ist nicht gleich Torchance. Während mit in der WM 2014 noch gegen den Ball agressiv gekämpft hat und nach Balleroberung schnell umschaltete, um die Unordnung der gegnerische Defensive für sich auszunutzen (Beispiel: 7 : 1 gegen Brasilien), versuchte man es dieses mal durch Ballzirkulation ohne Tempo in der Hoffnung, der Gegner möge irgendwann den Weg zum Tor frei machen.
    Wenn dann nach gefühlten 200 Kurzpässen so ein hoher Verlegenheitspaß in den torgefährlichen Raum gespielt wurde, dann warteten gleich mit 3-4 sehr eng gestaffelte gegnerische Abwehrspieler auf unser Kopfball-Ungeheuer Timo Werner. Dass Gomez, Hummels und Co. hier ebenfalls keine guten Kopfballchancen heraus spielen konnten, lag in der taktischen Überschaubarkeit unserer Angriffsbemühungen. Den einzigen torgefährlichen Kopfballspieler Sandro Wagner, der hier noch etwas hätte machen können, hatte man ja zuhause gelassen. Warum Timo Werner, der wenigstens im Spiel gegen Schweden mal aus dem Halbfeld kommend, seinen Antritt nutzen konnte, im Spiel gegen Süd-Korea ins Zentrum mußte, das wird uns sicher bald unser Bundestrainer verraten.

    Ich hoffe allerdings am 24. August in der WM-Analyse mehr, damit es nicht im Herbst gegen Frankreich eine erneute Blamage gibt.

    Mein persönliches Fazit lautet:
    Manche klammeren sich an gern Statistiken, die ihre Glauben belegen sollen, statt aus ihnen die Erleuchtung zu gewinnnen.

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