Hallo Icewolf

Du spricht über die mentale Sicherheit, die sich m.E. aus einer Reihe von Faktoren zusammen setzt.

1. Sicherheit im Training
Zunächst einmal eine Ergänzung zum Punkt 3. Wenn man sein Training sehr abwechselungsreich gestaltet, gibt man seinem Keeper ein Füllhorn an Möglichkeiten mit, aus denen er im Wettbewerb wählen kann. Ein reduziertes Übungensprogramm führt zwangsläufig dazu, aus den wenigen Möglichkeiten heraus zu spekulieren, was der Gegner nun wohl mit dem Ball vorhat? Die Torartaktion erfolgt meist zu früh, sodass der Angreifer sich darauf verlassen kann, den Ball in die leere Seite des Tores einschieben zu können. Für den Torwart ist es wichtig im Training die Sicherheit zu gewinnen, für typische Spielsituationen und darüberhinaus gute Lösungen kennengelernt zu haben.

2. Sicherheit im Spiel:
Natürlich ist jedes Spiel das wichtigste. Jeder bereitet sich mental anders darauf vor. Der streng Gläubige findet seine innere Ruhe im Gebet, der Abergläubige im gewohnten Ritual, manch einer versucht sich in eine "innere Meisterstimmung" zu versetzen, indem er sich in besonders schwierige Situationen versetzt, die er meisterlich absolviert hat. An irgendwas glaubt wohl jeder, doch realistisch gesehen läßt sich damit gar nichts vorher sagen.

3. Sicherheit im Team
Habe ich ein gutes "Standing" im Team, dann wird mir ein Fehler leichter verziehen, als wenn fast alle Teammitglieder nichts mit mir anfangen können.

4. Sicherheit im Verein
Kann ich mich eines Rückhalts meines Trainers und anderer Vereinsverantwortlicher versichern, wird es sich günstig für meine sportlichen Leistungen auswirken als wenn ich weiß, dass ich nur "Lückenfüller" bin oder beim nächsten Fehler "fliege"!

5. Privates (famliliäres) Umfeld
Bin ich in einer glücklichen Beziehung, sind alle mir wichtigen Menschen gesund und munter, kann ich mich auf meinen Beruf besser konzentrieren, als wenn ich die Sorgen mit zum Arbeitsplatz schleppe.

6. Innere-/äußere Ansicht
Es gibt Menschen, die können sich und ihre Fähigkeiten realsistisch einschätzen. Andere unterschätzen oder überschätzen sich. Letztere Gruppe läuft stets Gefahr die Bodenhaftung zu verlieren, weil sie u.U. eigenbrödlerisch Dinge zusammen spinnen, die sich immer weiter von der Realität entfernen. Die Gefahr ist dann besonders groß, wenn es für Lebenseinschnitte keine Menschen im Umfeld gibt, denen man Vertrauen kann und dessen Rat eine große Hilfe bedeutet. Eigentlich sollten gute Berater hier zur Seite stehen. Leider merkt so mancher Profi zu spät, dass er an den falschen geraten ist.

7. Kurz-/mittel-/langfristige Ziele
Dieses Thema ist sicherlich ein weites Feld, weshalb ich es gern zusammenfassen. Wer selbst keinen Plan B hat, der begibt sich in eine besonders hohe (unnötige) Abhängigkeit, denn er hat (sich) keine Wahl (gegeben).