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Thema: Die schrecklichsten Kommentare

  1. #1
    Amateurtorwart
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    Standard Die schrecklichsten Kommentare

    Liebe Kollegen,

    wem ist es nicht schon mal auf den Senkel gegangen, dass bei jeder erfolgreichen Torwart- oder Kopfballaktion im Fernsehen die Körperlänge (manchmal sogar noch gekoppelt mit dem Gewicht) genannt wird? Dabei gehts doch meist nur darum, ob der Torwart oder der Kopfballschütze sich genau dorthin positioniert hatten, wohin der Ball gespielt wurde!

    Wer davon noch nicht genug hat, der kann sich unmittelbar nach dem Spiel noch:

    1. Spielerkommentare: Sie beginnen meist mit den Worten: "Ich denke ..." beginnen. (So als müßte man große Zweifel daran haben, dass der Spieler erst nach dem Spiel wieder klare Gedanken findet?)
    Wenn dann mal (wie z.B. Hummels) jemand konkret Stellung bezieht, dann findet man schon beim nächsten Interview die Antwort: "Ich werde mich dazu nicht noch einmal öffentlich äußern"! Dabei bemüht man sich gebetsmühlenartig zu erklären, dass man doch offen ist und selbständig denkende Spieler wünscht.
    2. Ehrenamtliche Kommentatoren: Beispielhaft könnte man Olli Kahn nennen, der mit seinen "Retro-Antworten" irgendwie noch nicht in diesem Jahrzehnt angekommen zu sein scheint?

    Natürlich sind das alles subjektive Wahrnehmungen. Deshalb würde mich eure Meinung interessieren, was hier an guten und schlechten Kommentaren habt.

  2. #2
    Amateurtorwart
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    Standard

    Lichtblick = Thomas Hitzelsberger!

    Ich fand die gestrige Analyse des Spiels Frankreich /. Belgien durch Thomas Hitzelsberger bemerkenswert. So fand er nach meiner Meinung die richtigen Worte übers das Spiel und ihre Schlüsselfiguren. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass er noch ein wenig mehr auf die Torwartleistungen eingegangen wäre. M.E. haben beide Keeper gezeigt, dass auch sie ihren Anteil am Erreichen des Halbfinals hatten. Allerdings gab es bei beiden Torleuten auch kleine Schwächen. So hatte Frankreichs Lloris gelegentlich beide Fäuste am Ball, anstatt die Kugel sicher zu fangen. Der belgische Schlußmann war zwar stark bei flachen und halbhohen Bällen, hatte jedoch beim 0 : 1 aufgrund der meist bei ihm zu beobachteten lang nach unten hängenden Armen keine Chance, weil der Weg sicher Hände zum Ball zu lang war. (Man findet diese typische Körperhaltung mit nach unten ausgestreckten Armen häufiger bei Keepern jenseits der 1,90 m. Deshalb kassieren sie bei hohen Bällen aus kurzer Distanz mehr Tore als etwas kleinere Keeper, deren Unterarme in Hüfthöhe angewinkelt sind, sodass die Hände immer einen gleichlangen der Weg zum Ball haben. Aus dieser nach vorwärts orientierten Körperhaltung lassen sich die Bälle leichter fangen, als wenn man zunächst die Arme von unten nach oben reißen muß. U.a. ist bei Manuel Neuer zu beobachten, dass er dann nur einen Arm hochreißt, um den Ball abzuwehren. Körperlänge kann manchmal auch ein Nachteil sein. Aber das sei nur am Rande erwähnt.)

    Nach einem Resümee gefragt antwortet Hitzelsberger, dass diese WM für ihn sportlich eine Enttäuschung gewesen wäre. Es seien jedoch durchweg spannende Spiele gewesen.
    Häufig habe die Offensive bei der Chancengestaltung aber auch bei deren Verwertung seiner Ansicht nach versagt. So hätten auch schwächere und sehr tief gestaffelte Teams der WM ihren Markenstempel aufsetzen können. Viele Spiele seien durch Standards entschieden worden, weil aus dem Spiel heraus zu wenig Kreatives passiert sei.

    Welche Konsequenzen man daraus ziehen müßte, sei für ihn noch verfrüht. Sicher sei es lohnenswert Standards zu trainieren, jedoch dürfe dies nur ein Mittel zum Torerfolg sein. Belgien habe durch ihre Art nach einem Rückstand alles zu riskieren die Zuschauer begeistert. Frankreich sei zwar auch in der Lage gewesen ein Offensivfeuerwerk abzubrennen. Jedoch legte ihr Trainer großen Wert auf eine gute Absicherung (das hatte wohl auch Hummels in der Taktik im deutschen Team bemängelt?), wodurch man gleichermaßen gut bei Ballbesitz wie auch gegen den Ball agiert hatte.

    Zum Glück fiel kein Wort über die "Goldene Generation" der Belgier, welches in den vergangenen Wochen vermehrt von Sportjournalisten zu hören war. Denn vermeintliches Lob kann negativ für die davon Ausgeschlossenen wirken. So dürften sich bereits ausgeschiedene belgische Stars als auch zukünftigen Sternchen als zu geringwertig geschätzt fühlen, wenn immer wieder darauf aufmerksam gemacht wird, dass die wahren Helden seien?
    (Vielleicht nimmt sich auch der DFB ein Beispiel daran, endlich ihre Nachwuchs-Leistungseinteilungen (1. Goldenes Lernalter, 2. Goldenes Lernalter) aus ihrem Program zu streichen. Man kann in jedem Alter sehr gut lernen, wenn man das Glück hat, gute Lehrer zu haben.

    Wie hat die Analyse von Hitzelsberger euch gefallen?

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