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Thema: Torwart.de-Eckball-Diskussionen: Muss ein Mann auf die Linie oder nicht?

  1. #1

    Standard Torwart.de-Eckball-Diskussionen: Muss ein Mann auf die Linie oder nicht?

    Torwart.de-Eckball-Diskussionen: Muss ein Mann auf die Linie oder nicht?"

    Eigentlich keine Überraschung, doch ein Drittel aller Tore fällt heute immer noch nach Standardsituationen, davon fast die Hälfte durch einen Eckball! Auch wenn die Optionen Ball in den Strafraum zu schlagen begrenzt sind, sorgen die Maßnahmen der Verteidigung immer wieder für Diskussionen, wie beim 0:1 von Serbien gegen Deutschland in dieser Woche. mehr

    Wie seht ihr das?
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  2. #2
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    Standard

    Ich denke, das heutzutage kein Profi-Keeper Schwierigkeiten hat, den Direkterfolg eines Eckballs sicher zu klären.

    Wenn aber Eckbälle mit mehr Balldruck getreten werden und der Torwart sogar im 5-Meter-Bereich fair attackiert, jedoch für ihn mit einem besonders hohen Verletzungsrisiko verbunden, lieber an der Torlinie klebt, dann mag es den Eindruck einer Lösung erwecken, als dass weitere Mitspieler die Torlinie absichern müßten.

    Allerdings findet man auch im Bewegungsablauf des Keepers einige Fehler, die es zu vermeiden gilt:

    1. Bei der TW-Drehung die Körperspannung verlieren
    Dreht sich der Keeper um 45 Grad, weil der Ball plötzlich aus kurzer Distanz aus einer anderen Richtung zu erwarten ist, dann sieht man, dass sich der Keeper nicht nur dreht, sondern mit aufrechtem Oberkörper die nötige Spannung verliert, um schnell und kraftvoll zum Sprung anzusetzen.

    2. Beidbeinige Position nach TW-Drehung
    Wer sich das gestrige 3. Gegentor in Erinnerung ruft, der wird festgestellt haben, dass der niederländische Keeper auch noch sehr breitbeinig stand. Hierbei ist es besonders schwierig den präzisen Absprungpunkt zu treffen.

    3. Fußspitzen frontal zum Schützen, statt in Abkipp- oder Abdrückrichtung
    Besonders kraftvoll und präzise läßt es sich nur beim Sprung über die ballnahe Fußspitze abdrücken. Wird mit beiden Beinen gleichzeitig zur Seite abgesprungen, so ergibt sich eine ungünstige Flugbahn. (Jeder hat vielleicht schon traditionelle Keeper gesehen, deren Stützen seitlich kaputt und deren Waden dort Schürfwunden aufwiesen, weil hier noch zu viel Energie bei der Landung abgebaut werden mußte.)

    4. Feldspieler auf Torlinie hebt Abseits auf
    Je nach Spielsituation kann es ein Nachteil sein, wenn nach dem ersten Abwehrversuch ein eigener Feldspieler auf der Torlinie ein gegnerisches Abseits aufhebt.

    5. Feldspieler fehlt bei aktiver Torverteidigung
    Wenn sich ein Feldspiele3r auf die Torlinie positioniert, so kann er in den meinsten Fällen den gegnerischen Torerfolg nur passiv verteidigen, weil der den ersten und meist entscheidenen Ballkontakt zum Torabschuß gestattet. Hinzu kommt, dass der Feldspieler den Ball lediglich abwehren kann und ein Nachschuß möglich ist. Das Fangen des Balles durch den Torwart ist in den meisten Fällen die sichere Option.

    6. Feldspieler fehlt bei der Spieleröffnung
    Hat der Keeper oder einer seiner Mitspieler den Ball erobert, so fehlt der Feldspieler auf der Torlinie bei der Spieleröffnung, weil der Laufweg in einen freien Raum für ihn viel zu lang wäre.

    Wir haben jedoch bei den Standards mit hohen Flanken in den Strafraum seit der Regeländerung zu ungunsten des Torwarts eine Stagnation, die m.E. nur durch Veränderung dieser Regelung weiterentwickelt werden kann. Denn wer nur deshalb nicht zum Sprung in die Spielertraube ansetzt, weil er vorzeitig Sportinvalidität aufgrund eines erhöhten Verletzungsrisikos im Rippenbereich zu befürchten hat. Was wir sicherlich nicht wieder brauchen ist das "Kontakt-Knie", mit dem der Torwart früher dem gegnerischen Spieler die "Einbauküche" gerichtet hat. Denn rein vom Bewegungsablauf her macht das Kontakt-Knie gar keinen Sinn, weil herbei Sprunghöhe durch mangelnden Einsatz des Schwungbeins (vgl. Volleyball, Handball, Basketball, Turmspringen, Hochsprung usw.) verschenkt wird. Ferner kann der Keeper beim Kontakt sehr leicht aus dem Gleichgewicht geraten, sodass ihm der Ball bei der Landung aus den Händen fallen kann. Besser ist es deshalb bei bis zu 3 Schritten beidbeinig abzuspringen bzw. bei mehr Schritten übers ballnahe Bein abzuspringen und den Ball mit einem natürlichen Sprungverhalten zu erobern. Hierbei kann auch das Risiko bei der Landung mit dem Fuß umzuknicken oder sich das Knie zu verdrehen, minimiert werden. Beim beidbeinigen Sprung kann man meist ein wenig in den freien Raum drehen, damit der Ball nicht durch den Kontakt am Kopf des Gegners oder Mitspielers wieder frei wird.


    Dennoch sollte jeder Torwart selbst entscheiden, ob er sich mit einem Mitspieler auf der Torlinie sicherer fühlt. Denn wenn er sich falsch, gar nicht oder zu spät entscheidet, kann der Feldspieler noch eine "Sicherheitsreserve" sein, wenn der Gegner genau dorthin seinen Torabschluß sucht. Denn entscheidend ist ja, ob es dadurch dem Gegner schwerer gemacht wird, Tore zu erzielen und ob man der Mannschaft damit bestmöglich hilft.

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